Die FAIR-Prinzipien als Leitlinien literaturwissenschaftlicher Forschung

Jan Rohden, José Calvo Tello

Gedruckte und digitale literarische Texte als Gegenstand der Literaturwissenschaft

Im Zentrum der Literaturwissenschaft, unter anderem in der Romanistik, steht seit jeher die Untersuchung literarischer Texte. Häufig liegen diese Texte, insbesondere die älteren, ausschließlich in Papierform vor. Veröffentlicht werden sie in der Regel als verlaglich herausgegebene Printmedien, bevor Buchhandel und Bibliotheken sie dann den einzelnen Nutzerinnen und Nutzern verfügbar machen.

Die daraus resultierende Vertriebsstruktur schuf über viele Jahrzehnte weltweite Rahmenbedingungen für die Verbreitung von Literatur sowohl unter wissenschaftlichen als auch unter allgemeingesellschaftlich interessierten Leserinnen und Lesern. Jene Vertriebsstruktur leistet darüber hinaus auch einen Beitrag zu der Auffindbarkeit und Zugänglichkeit gedruckter literarischer Texte. Schließlich werden verlaglich publizierte Texte spätestens seit den 1970er-Jahren beispielsweise mit einer einheitlichen und international gültigen Identifikationsnummer (ISBN) versehen, mit deren Hilfe das betreffende Printmedium gezielt identifiziert werden kann. Bibliotheken nehmen die veröffentlichten Texte in ihren Bestand auf, verzeichnen sie gemäß einschlägiger Richtlinien in standardisierter Form in ihren Katalogen und sorgen auf diese Weise dafür, dass auch nicht mehr im Handel erhältliche oder historische Texte für Leserinnen und Leser auffind- sowie nutzbar bleiben.
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Forschungsdaten in Repositorien veröffentlichen

Nanette Rißler-Pipka

Repositorium“ ist zunächst ein eher technischer Begriff aus dem Bereich der Forschungsdateninfrastruktur, der zur Beschreibung der nachhaltigen Verwaltung und Speicherung von Daten verwendet wird. Was Forschungsdaten sein können und warum wir diese langfristig und nachhaltig sichern sollten, dazu hat die AG Digitale Romanistik bereits 2014 mit einer Umfrage zu diesem Thema und 2017 mit einem Positionspapier zu „Open Access und Forschungsdaten in der Romanistik“ informiert. Außerdem hat der FID Romanistik 2018 ein Papier zum „Forschungsdatenmanagement in der Romanistik“ veröffentlicht, das von der AG Digitale Romanistik unterstützt wird. Seitdem sind die Möglichkeiten zur Veröffentlichung von Forschungsdaten schneller gewachsen als die Anzahl der in der Romanistik neu entstandenen und publizierten Forschungsdaten selbst – so zumindest der Eindruck, wenn man in die bisher via romanistik.de gemeldeten Ressourcen schaut. Kürzliche Bemühungen der CLiGS-Forschergruppe (mit der Veröffentlichung einer text-box und der COST Action Distant Reading deuten aber eine Veränderung des Trends an. Dagegen zeigt das Verzeichnis romanistischer Forschungsdaten des FID Romanistik allein zu den Internet-Ressourcen eine fast unüberschaubare Vielfalt, die wiederum zusätzliche Katalogisierung oder Verschlagwortung erfordert, wie hier am Beispiel der Sortierung nach Sprachraum, etc. ersichtlich.

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FAIRness: ein contrat social für die Wissenschaftskommunikation im Internet

Thomas Krefeld, Stephan Lücke

Forschung ist in ihrem Wesen kollaborativ: Denn Fortschritt gibt es nur auf der Grundlage des jeweils bereits verfügbaren Wissens. Im Hinblick auf die Kollaboration – die ja grundsätzlich in Kommunikation fundiert ist – haben sich nun in den letzten 15 Jahren die Rahmenbedingen vollkommen geändert: Es ist innerhalb weniger Jahre eine Gesellschaft entstanden, die explizit als Wissensgesellschaft bezeichnet wird, da sie im Privaten und im Öffentlichen die permanente und ubiquitäre Verfügbarkeit der digitalen Medien und damit einen praktisch unbegrenzten Zugang zum Wissen jeglicher Art voraussetzt.
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FAIRe Lexikographie

Thomas Krefeld, Stephan Lücke

Die Lexikographie ist eine der Klammern, von denen die unterschiedlichen Subdisziplinen der Romanistik zusammengehalten werden, denn darauf kann kein Didaktiker, Kultur-, Literatur- oder Sprachwissenschaftler verzichten. Vielleicht ist ihre vitale Unverzichtbarkeit der Grund dafür, dass sich die Lexikographie punktuell dem medialen Fortschritt sehr schnell geöffnet hat. Die aktuelle Situation ist allerdings sehr unübersichtlich und weitestgehend (noch?) jenseits der FAIRness: Nebeneinander stehen:
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