Martí Gómez und Enric González über den Beruf des Journalisten

Jot Down: Martí Gómez y Enric González o el oficio de ser periodista Heute möchte ich Ihnen ein Interview über den Beruf des Journalisten vorstellen, zu dessen Einschätzung man @obdriftwood nur recht geben kann:

Una entrevista de esas que no quieres que acaben nunca…

Auf Jot Down hat der Journalist Enric González seinen Kollegen José Martí Gómez – mit Verlaub: einen alten Hasen im Geschäft der Nachrichtenvermittlung – interviewt:

José Martí Gómez (Morella, 1937) es reportero. El mejor reportero español, en opinión del entrevistador. Más que una entrevista lo que sigue es una charla sobre la vida de Martí y sobre periodismo, muy parecida a muchas otras que durante un tiempo se mantuvieron de forma regular, cada lunes a mediodía y ante un número variable de martinis, en la coctelería barcelonesa Boadas. El encuentro se realiza en un domicilio particular en el que aún es posible fumar puros.

Das Gespräch, von dem man sich in der Tat wünschen würde, es wäre länger gegangen, können Sie hier lesen (und da wir alle nur über endliche Zeitressourcen verfügen, ist es dann doch ganz gut, dass es so lange ist, wie es ist): Martí Gómez y Enric González o el oficio de ser periodista.

„Don Quijote“ als Comic

Ein Gast-Artikel des ciberaBlog-Lesers Thomas Lablans:

Die Quijote-Rezeption in Deutschland wird um ein Kapitel reicher. Seit Anfang Oktober präsentiert die F.A.Z. den neuen Comic des Berliner Zeichners Flix als Fortsetzungsgeschichte. Nachdem Felix Görmann, wie Flix mit bürgerlichem Namen heißt, zuletzt u.a. eine Neufassung des Faust veröffentlichte (hier abzurufen), befasst sich sein aktuelles Werk mit Alonso Quijano, dessen Geschichte in humoristischer Weise aus der Mancha nach Deutschland verlegt wird.

Don Quijote von FlixLaut F.A.Z.-Redakteur Andreas Platthaus wird Cervantes‘ hidalgo „in die Gegenwart versetzt und umgemodelt, ohne dass dabei aber die spezifischen Themen und Formen des Originals auf der Stecke blieben“.
Weiter betont er in seiner Ankündigung:

Diese Übersetzung des „Don Quijote“ in einen deutschen Comic erfordert mehr als bloße Adaption. Sie macht aus Toboso, der Heimatstadt der im Roman von Alonso Quijano imaginierten schönen Dulcinea, für die er seine Heldentaten begehen will, den urbrandenburgisch klingenden Ort Tobosow im Landkreis Müritz. Aus Dulcinea selbst macht Flix die Katze des deutschen Alonso, und aus den berühmten Windmühlen, gegen die der Ritter von der traurigen Gestalt im Buch anreitet, wird im Comic eine ästhetische Plage von höchst aktueller Bedeutung: ein Windpark, errichtet von einer Aktiengesellschaft namens „La Mancha“, die übrigens für ihre Bautafeln einen Dienstleister beschäftigt, der auf den schönen Namen Paulo Coelho hört und „Beschriftungen aller Art“ anbietet.

Beginnend mit einem Beschwerdebrief Alonso Quijanos an die F.A.Z., findet sich der Comic unter diesem Link: www.faz.net/-h2p-6u3m2.

Ergänzend sei noch hingewiesen auf ein Interview des Zeichners zum Thema: Flix über sein neues Comic-Projekt: Don Quijote.

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

Tödlicher Journalismus: Studie zur Pressefreiheit in Mexiko

Journalismus und Pressefreiheit in Mexiko Anmerkung der Redaktion: In diesem Gastartikel stellt Laura Schneider (Uni Hamburg) ihr kürzlich publiziertes Buch: „Journalismus und Pressefreiheit in Mexiko“, (LIT-Verlag, ISBN: 978-3-643-11350-4) vor:

Für Journalisten ist Mexiko eines der gefährlichsten Länder der Welt. Ich habe mit mexikanischen Reportern über deren lebensbedrohliche Arbeitsbedingungen gesprochen und die aktuellen Probleme der Pressefreiheit in Mexiko umfassend untersucht. Die Ergebnisse meiner Studie „Journalismus und Pressefreiheit in Mexiko“ hat der LIT-Verlag kürzlich als Buch publiziert. Sie ist die bislang erste wissenschaftliche Untersuchung, die sich systematisch und detailliert mit dem Thema befasst und den Betroffenen eine Stimme gibt. Ich habe zwölf mexikanische Reporter aus verschiedenen Bundesstaaten, Medien und Ressorts mit unterschiedlichem Gefährdungsgrad interviewt. Deren verschiedene Antworten sind sehr spannend und zeigen, wie sehr eine mehr oder weniger ausgeprägte Gefahrensituation Auswirkungen auf die journalistischen Arbeitsweisen einerseits und auf die subjektive Einschätzung der Journalisten andererseits hat.

In dem Buch habe ich außerdem versucht, einen Überblick über verschiedene Konzepte von Pressefreiheit, ihre spezifischen Muster in Lateinamerika sowie über das mexikanische Mediensystem allgemein zu geben. Die Studie richtet sich nicht nur an Kommunikationswissenschaftler und Lateinamerika-Experten. Sie spricht auch ein breiteres Publikum an, das sich für die Arbeit von Reportern in Extremsituationen interessiert. Ich habe Journalistik und Lateinamerikastudien in Hamburg und Guadalajara, Mexiko studiert. In Deutschland und Mexiko habe ich ebenfalls als Radio- und Printjournalistin gearbeitet und bin auf diese Weise für dieses aktuelle Thema sensibilisiert worden. Derzeit bin ich Doktorandin der Universität Hamburg (zu der Frage, wie man Pressefreiheit am besten messen kann), Freie Journalistin und Stipendiatin der Rudolf-Augstein-Stiftung.

Da mir das Thema der Studie sehr am Herzen liegt, freue ich mich, wenn diese auf Interesse stößt. Hier ist der Link zum Buch:
http://www.lit-verlag.de/isbn/3-643-11350-4

Was passiert in Spanien? #spanishrevolution: Die Demokratie protestiert

Demonstration DemocraciaRealYA am 15.05.2011 an der Puerta del Sol in Madrid
Foto: Pepa González, Demonstration DemocraciaRealYA am 15.05.2011 an der Puerta del Sol in Madrid

Sollten Sie sich für das Thema der Proteste in Spanien interessieren, darf ich Sie zur Verfolgung einer Online-Debatte einladen, welche die Deutsche Welle Español heute von 18 – 19 Uhr organisiert. So wie wir neulich schon über die entsprechende Online-Debatte Social Media in der spanischsprachigen Welt berichteten, geht es heute Abend um das Thema:
¿Qué pasa en España? #spanishrevolution: la democracia protesta.
Teilnehmer (ich zitiere aus der Einladung zur Debatte):

1 @antonigr – Antoni Gutiérrez Asesor Comunicación Política
2 @Luis Rull Blogger y sociólogo. Organizador del Eventoblog España
3 @textundblog – Markus Trapp (Alemania)
4 @carmenbeat – Carmen Beatriz Fernández (Venezuela) – Consultoría Marketing Político /Dataestrategia
Update:
5 jlori – Jose Luis Orihuela – Profesor de la Universidad de Navarra, blogger y autor de „La revolución de los blogs“ y „Mundo Twitter“.

Alle Teilnehmer wurden auch zu einer Twitterliste zusammen gefasst. Moderiert wird die Veranstaltung von der Deutschen Welle @dw_spanish. Die Debattenbeiträge werden von den Teilnehmern und dem interessierten Publikum auf Twitter mit dem Hashtag #debatuits verschlagwortet. Sollten Sie Twitter nicht nutzen, können Sie die Debatte passiv über die Twittersuche mit Suchwort #debatuits verfolgen. Danach wird es eine Zusammenfassung der Deutschen Welle geben, die ich gerne nachträglich hier verlinke.
[Update 21:00 Uhr:] Jose Luis Orihuela hat eine erste Übersicht der Debatte veröffentlicht:

Debate en Twitter sobre el movimiento #15M organizado por Deutsche Welle
Un intento de reconstrucción de parte del debate organizado el 20/5/11 por en @dw_spanish con @carmenbeat @antonigr @textundblog @luisrull y @jlori Hashtag: #debatuits

[Ende Update]

Deutsche Welle Español schrieb gestern über die aktuellen Proteste in Spanien:
La revolución española exige cambios políticos, y que sean profundos:

Algo grande está sucediendo en España, se comenta en el ciberespacio. Reformas de fondo pide en las calles la “spanish revolution”. Acabar con el bipartidismo y cambiar la cultura política podrían ser dos de los pasos.

Nachdem seit vier Tagen in sämtlichen Kanälen im Netz, in Blogs, auf Twitter und auf Facebook über die enorm an Zuspruch gewinnenden Proteste in 60 Städten Spaniens, mit Fokus auf #acampadasol, den Versammlungen auf der Madrider Puerta del Sol, berichtet wird, sind deutsche Medienvertreter erst seit gestern, und damit viel zu spät aktiv geworden.

Meines Erachtens liefert der spanische Journalist Ignacio Escolar (den wir im ciberaBlog schon einmal als Mitbegründer des spanischen Nachrichtenportals publico.es vorgestellt hatten) mit seinen Siete ideas sobre Democracia Real Ya eine gute Einordnung der Geschehnisse. Wer des Spanischen nicht mächtig ist, ich habe seinen Text ins Deutsche übersetzt: Ignacio Escolar: «7 Gedanken zu den Spanischen Protesten».

Weitere Proteste an der Puerta del Sol sind für Samstag und Sonntag verboten worden (siehe Meldung FTD.de). Die Vereinigung Jueces para la Democracia (Info) hält dieses Verbot für nicht rechtmäßig: Jueces para la Democracia rechaza la ilegalización de las protestas.

Dass es sich bei den Demonstrationen gegen Korruption und für eine wahre Demokratie keinesfalls nur um eine Jugendbewegung handelt, macht dieses Video mehr als deutlich:

Real vs. Barça – Zwei Lektüre-Empfehlungen zu vier Duellen

Wer sich mit Spanischem Fußball – und sei es auch nur oberflächlich – befasst, weiß, dass es in Spanien nur zwei Mannschaften gibt, zwischen denen sich fast die gesamte fußballbegeisterte Anhängerschaft (auch weit über die Iberische Halbinsel hinaus) entscheidet. Entweder man ist für Real (Madrid) oder für Barça. Beide treffen in 18 Tagen vier mal aufeinander. In Spanien nennt man dieses Duell der Giganten »El Clásico«. Gestern war die erste der vier Begegnungen. Sie endete – verdient – 1:1. Die NZZ hat in einem lesenswerten Artikel in Vorbereitung auf diesen Marathon der spanischen Fußballgrößen die Bedeutung des Clásico deutlich gemacht:

«Traductor», Übersetzer, haben sie ihm in Barcelona nachgerufen, als Real Madrid im Camp Nou im November 0:5 unterging. Gemeint hatten sie ihn, José Mourinho, den silberhaarigen Aufhetzer mit dem Aussehen eines Fotomodells, der bei Barça als kleiner Dolmetscher die Karriere begonnen hatte und jetzt Real trainiert.

Lesen Sie den ganzen Artikel in der NZZ: Glaubensfragen im «Clásico».

Passend zum derzeit in Spanien alles beherrschenden Sportduell wurde heute auf der (übrigens sehr empfehlenswerten!) Kulturseite Culturamas der Artikel des jungen Autors und Journalisten Miguel Barrero veröffentlicht, der sich mit dem Sportjournalismus als solchem befasst, und der schon im ersten Satz aufhorchen lässt und auch im Anschluss deutliche und wahre Worte zur Rolle des Sportjournalisten findet:

No aprendí gran cosa en la Facultad de Periodismo…

Lesen Sie den ganzen Artikel auf Culturamas: El periodista deportivo.

Wikileaks und seine Pressepartner in Lateinamerika

Dort wo die Presse ihrer Funktion als Vierte Gewalt nicht mehr ausreichend nachkommt, braucht es womöglich eine Fünfte Gewalt1 wie Wikileaks. Die Enthüllungsplattform veröffentlicht ihre Nachrichten in einer Art Kooperation von Vierter und Fünfter Gewalt in den einzelnen Ländern mit Medienpartnern. Die bekanntesten sind u.a. Spiegel Online in Deutschland, The Guardian in Großbritannien und die New York Times in den USA.

Aber auch in vielen weiteren Ländern gibt es diese Presse-Partnerschaften. Gestern wurden im Twitter-Account von @Wikileaks mehrere Artikel lateinamerikanischer Presseportale verlinkt, die aus dieser Zusammenarbeit hervorgehen.

Twiter-Meldungen von Wikileaks zu Lateinamerika

So zum Beispiel ein Artikel in der mexikanischen Zeitung La Jornada: über die Beschuldigungen der USA zur mexikanischen Verwicklung in den Waffenhandel: Bajo la mesa, Washington culpa a México del tráfico de armas:

Wikileaks en La Jornada - 28.3.2011

A lo largo del sexenio de Felipe Calderón, el tema del contrabando de armas ilegales de Estados Unidos hacia México ha sido un diálogo de sordos entre los dos gobiernos. Los mexicanos –presidente, procurador general, ministros y militares– demandan en público y en privado que Washington detenga el trasiego de armamento bélico prohibido por ley en México y que al norte de la frontera se vende libremente. Mientras tanto –ahora se sabe– parte de este tráfico ilegal contó con la luz verde del gobierno en Washington, mediante su operativo encubierto conocido con su nombre clave Rápido y furioso. Gracias a éste circulan en el país más de 2 mil fusiles de alto calibre sin control.

Weitere Artikel aus den oben bereits erwähnten Tweets (die mit dem Linkkürzungsdienst is.gd gekürzten Links führen jeweils zu den Artikeln):
„Wikileaks und seine Pressepartner in Lateinamerika“ weiterlesen

  1. Die fünfte Gewalt, Mathias Bröckers am 13.12.2010 auf Telepolis []

Workshop: „Medien und Politik in Lateinamerika: neue Probleme und Perspektiven“

Logo: GIGA Institut für Lateinamerika-Studien Das GIGA Institut für Lateinamerika-Studien in Hamburg lädt herzlich zu einem Workshop unter dem Titel „Medien und Politik in Lateinamerika: neue Probleme und Perspektiven“ ein.

Datum: 27. April 2010 um 10.30-12.30 Uhr
Adresse: GIGA, Neuer Jungfernstieg 21, Raum 531 (5. Stock)

Vorträge:  

„Mediendiversität und Demokratie im Lokalen: Eine medienethnografische Perspektive am Beispiel Bolivien“
Simón Ramírez Voltaire (FU Berlin) 

„Los medios como actores comunicativos de la política, un acercamiento a propósito de las crisis políticas en Ecuador entre 1997 — 2005“
Marco Navas Alvear (FU Berlin/ PUCE Quito) 

„Medialer Aktivismus bei den neuen lateinamerikanischen Linksregierungen“
Philip Kitzberger (GIGA / CONICET-UTDT Buenos Aires)  

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Für Rückfragen: 040 – 42825-561 (Frau Pawlik) 

Am 5. März 2010 startet Cuarto Poder

Cuarto Poder

Am kommenden Freitag, den 5. März 2010, startet ein im spanischsprachigen Web mit Spannung erwartetes journalistisches Gemeinschaftsprojekt, das ich Ihnen kurz vorstellen möchte: Cuarto Poder. Seit September 2008 arbeiten die Journalisten Francisco Frechoso (Diario 16, El Mundo), Juan Carlos Escudier und Pedro de Álzaga an der Realisierung dieses ehrgeizigen Vorhabens. Auf 233grados.com wird das journalistische Ziel wie folgt umrissen:

Cuarto Poder se plantea como un site „pegado a la actualidad pero sin dar la noticia al minuto“. Se centrará más bien en el trabajo de sus bloggers o columnistas, la mayor parte de los cuales son también socios del proyecto. Entre otros, colaborarán con el nuevo medio Esther Jaén, Raimundo Castro, Ion Antolín, Irene Lozano, Luis Díez, Mónica G. Prieto y Ana Grau.

Die wissenschaftliche Fundierung des Projektes entnehmen Sie dem Artikel: »Un equipo de catedráticos que aportará solvencia académica a Cuarto Poder«. Wer außer den Gründern zum Gelingen von Cuarto Poder beitragen wird, verrät die Kategorie »Quiénes somos« (dort herunter scrollen, die Autoren wurden im Verlauf der vergangenen Tage nach und nach vorgestellt).

Facebook-Seite von Cuarto Poder Ein im Bereich Social Media bereits bestens integriertes Vorhaben (Facebook-Site und Twitter-Account sind nicht nur bereits angelegt, sondern – hier zeigt sich die gute Vorarbeit – auch schon mit vielen Medienexperten und Journalisten, sowie an diesen Themen interessierten Personen vernetzt).

Man darf also gespannt sein. Ab Freitag wird das Angebot unter cuartopoder.es den kritischen Blicken der Besucher stand halten müssen. Bis dahin versorgt die Seite La cuenta atrás mit letzten Informationen vor dem Start.

[via La Huella Digital]