GIGA Focus Lateinamerika zur Wahl in Mexiko

In der Reihe GIGA Focus Lateinamerika werden regelmäßig Kurzanalysen zu aktuellen politischen, wirtschaftlichen oder sozialen Themen veröffentlicht, die dem interessierten Leser den Vorteil bieten, sich rasch und trotzdem präzise und auf den aktuellsten Stand zu bringen. Heute wurde ein Text zur Wahl in Mexiko veröffentlicht, der genau diese Kriterien – kurz gefasst und fundiert – erfüllt und den ich Ihnen deshalb zur Lektüre empfehlen möchte. Zur Einführung ein Zitat aus dem Abstract:

Auf der Schmalspur zur Macht: Die PRI kehrt in das Präsidentenamt von Mexiko zurück

Von Günther Maihold

Mit den Wahlen vom 1. Juli 2012 stellt in Mexiko die Partido Revolucionario Institucional (PRI) nach zwölf Jahren Opposition wieder den Präsidenten.

Ein politisches Minimalprogramm der PRI reichte der Bevölkerung aus, um die konservative Regierungspartei PAN von Präsident Felipe Calderón mit deutlichen Stimmverlusten in die Opposition zu senden. Der neue Präsident Enrique Peña Nieto nimmt für sich in Anspruch, eine „neue und moderne PRI“ zu repräsentieren, benötigt für einen Erfolg aber die alten Seilschaften der Partei. Mexiko befndet sich damit in der paradoxen Lage, dass der strukturkonservative Machtfaktor des Landes in Gestalt der PRI zum Protagonisten der überfälligen Modernisierung werden soll und muss.

Laden Sie sich den kompletten Text (GIGA Focus Lateinamerika
Nr. 7/2012) auf der Website des GIGA-Institutes als PDF herunter.

Grafik erstellt mit Wordle anhand des Aufsatztextes.

Weltspiegel: Tierschutz für Esel in Mexiko

Weltspiegel: Tierschutz für Esel in Mexiko
 

Der Weltspiegel hat in seiner gestrigen Ausgabe einen kürzlich schon einmal gesendeten WDR-Beitrag über Tierschutz-Initiativen für Esel in Mexiko gezeigt, der empfehlenswert ist und in der ARD-Mediathek nachgesehen werden kann.

Mal stoisch mal störrisch trägt so ein Esel die Last für seine Bauern. Stunden weg von der nächsten Stadt im mexikanischen Inland sind sie die wichtigsten Arbeitstiere. Und obwohl die Arbeit der Campesinos, der Feldarbeiter, hier ohne sie kaum zu schaffen wäre und obwohl sie auf engstem Raum mit den Menschen zusammenleben, haben die Esel traditionell einen schweren Stand in Mexiko. Für Generationen von Campesinos waren die Langohren billig, anspruchslos und lebten natürlich nur, um zu arbeiten.

Lesen Sie den ganzen Text und sehen Sie den Beitrag von Peter Sonnenberg, ARD Mexiko, in der Mediathek der ARD: Mexiko – Tierschutz ist unbekannt.

Neueröffnung der Cineteca Nacional de México

Neueröffnung der Cineteca Nacional de México Die Cineteca Nacional de México wird seit Mai diesen Jahres umgebaut und vermutlich im November 2012 neu eröffnet. Es wurden 96 Millionen Pesos investiert, um das filmische Kulturerbe Mexikos in neuer Umgebung zu präsentieren. Gestern wurde die Öffentlichkeit informiert. Vivir México schreibt dazu:

El anuncio formal del proyecto fue hecho hoy por Consuelo Sáizar, presidente de Conaculta, quien dijo que la obra será terminada en noviembre y costará 96 millones de pesos.

El nuevo espacio arquitectónico, además de albergar la Cineteca, será sede también de un Museo del Cine y la Videoteca Digital. Estos nuevos espacios contarán con cuatro salas de exhibición, una ludoteca, un Cerebro Digital de la Imagen y 25 cabinas de revisión.

Lesen Sie weiter bei Vivir México im Artikel: «Una nueva Cineteca que fortalecerá la preservación del cine mexicano».

Bau- und Architektur-Magazin 'Obras web' Interessante Entdeckung am Rande: das Bau- und Architektur-Magazin Obras Web, das ausführlich in Text und Bild über die vormaligen Pläne zur neuen Cinemathek bereits im Jahr 2011 berichtete und das mexikanische Architekturbüro Rojkind als ausführende Architekten ins Spiel bringt: «Rojkind dará nueva vida a la Cineteca Nacional».

Englischsprachige Information zum Bauprojekt finden Sie auf der Website der Architekten, die den Zuschlag zur Umsetzung erhielten: «Rojkind Arquitectos Awarded the project for Mexico’s „Cineteca Nacional del Siglo XXI“».

Die Geburt ‚Amerikas‘ auf Waldseemüller Karte von 1517

Amerika auf der Waldseemüller Karte von 1517

Einen ganz besonderen Fund hat man an der UB München gemacht. Auf der aus 12 Lamellen bestehenden Globussegmentkarte Martin Waldseemüllers aus dem Jahr 1517 ist die „Neue Welt“ erstmals mit „Amerika“ benannt.

Interessant ist auch die Provenienz der Karte, die die UB München auf ihrer Website wie folgt beschreibt:

Über die Herkunft der Globussegmentkarte der Universitätsbibliothek München gibt es bislang keine gesicherten Erkenntnisse. Sie wurde mit zwei Frühdrucken zur Geometrie im 19. Jahrhundert in einem Band vereint. Die Bedeutung der Waldseemüller’schen Karte erkannten die Münchner Bibliothekare damals nicht, und der Band überstand unbeschadet die Auslagerung während des Zweiten Weltkriegs.

Weitere Informationen auf der Seite der UB München: Berühmtes Kartenwerk entdeckt. Karte im Format PDF (2293 Kb).

Waldseemüller-Karte auf den Titelseiten von FAZ & SZGlückwunsch an die Kolleginnen und Kollegen der UB München, die es mit diesem Sensationsfund heute auf die Titelblätter der SZ und der FAZ geschafft haben. Der FAZ-Artikel ist leider (noch) nicht online. Aber der aus der Süddeutschen schon:

Erst der Blick ins Internet machte aus dem Zufallsfund einen Sensationsfund: In der Unibibliothek München stößt Elke Humml auf eine der berühmtesten Globuskarten der Welt – doch zunächst weiß sie nicht, welchen Schatz sie gefunden hat. Wie Wikipedia bei der Recherche half, warum sie keinen Finderlohn bekommt – und welches berühmte Dokument sie als Nächstes aufstöbern soll.

Lesen Sie weiter in der SZ: Bastelbogen für den Adel.

Jorge Volpi zum ‚Mexikanischen Frühling‘

Auf El País gibt der mexikanische Schriftsteller Jorge Volpi in seinem Kommentar «La ‚primavera mexicana‘» einen ausführlichen Einblick in die mexikanische Protestbewegung #YoSoy132, die sich im Vorfeld der mexikanischen Wahlen (1. Juli 2012) gebildet hat:

Gracias a los jóvenes de #YoSoy132 las elecciones presidenciales dieron un giro. Aunque se les acusa de no poseer una agenda, consiguieron exhibir los fallos de una democracia donde la opinión pública es manipulada

Neben den Hintergründen der studentischen Bewegung (zu deutsch etwa: „Ich bin der 132ste“, siehe deutschen Erklärungsartikel), die im Vorfeld der Wahlen auch weitere Teile der Bevölkerung erreichte, geht Volpi auch auf den Einfluss des mexikanischen Fernsehens auf die politische Willensbildung ein:

Si la mayor parte del país sólo se entera de la conducta de sus gobernantes a través de la televisión, y ésta apoya a un solo candidato, la justa se degrada a niveles insospechados. El resultado del acuerdo fue el previsto: más allá de los errores de Calderón y López Obrador —la guerra contra el narco, en el primer caso; el mesianismo, en el segundo—, la enorme popularidad de Peña, y su liderazgo en las encuestas, mucho le debe a la abrumadora promoción que recibió en estos años.

Wie sehr die mexikanischen Medien, allen voran das Fernsehen, die Bevölkerung nicht nur vor den Wahlen, aber ganz besonders auch dann, manipulieren, wird in der sehenswerten Dokumentation «Teletirania: La dictadura de la television en México» deutlich:

http://youtu.be/AdLoqBx_ngc

Informationen zu Jorge Volpi finden Sie auch über die Metasuche in cibera cibera. Darüber aufrufbar ist auch ein lesenswerter Volltext von Roger A. Zapata (Montclair State University): «La pobreza de la filosofía como material novelesco: El fin de la locura de Jorge Volpi» (PDF).

Alejandro Cartagena: Car Poolers

Alejandro Cartagena: Car Poolers 2011 -2012
Fotos © Alejandro Cartagena

Wer in Mexiko mal in die Lage versetzt wurde, auf eine Mitfahrgelegenheit angewiesen zu sein, kennt das: open air hinten auf die Troca. Für viele Mexikaner, allen voran Handwerkern auf dem Weg zu ihrem Einsatzort, ist das eine sehr übliche Art der Fortbewegung. Der Fotograf Alejandro Cartagena hat dieser aus der Not geborenen, letztendlich aber auch die Umwelt schonenden, Tradition mit der Fotoserie «Car Poolers» ein visuelles Denkmal gesetzt.

Es lohnt eine genaue Betrachtung der Bilder: Anordnung von Mensch und Werkzeug sind dabei genau so faszinierend wie die optimierte Raumaufteilung bei puzzleteil-ähnlicher Troca-Belegung mit mehren Personen.

Weitere Fotoserien von Alejandro Cartagena (im Überblick auf seiner Website):

[via ignant]

Der «Séptimo Círculo» in der Zeit von Borges und Bioy

Patrick Quentin: Mi hijo, el asesino

Es ist fast schon eine kleine Tradition im ciberaBlog am 14. Juni auf den Todestag von Borges hinzuweisen. Heute vor 26 Jahren ist Borges in Genf gestorben, 2011 und 2009 («Jorge Luis Borges und Genf: Eine Spurensuche») war dies bereits Thema hier im Blog.

Heute soll Borges‘ gedacht werden durch Hinweis auf einen Artikel von Luis Chitarroni, der seine Erfahrung als Leser einer Krimi-Reihe schildert, für die der argentinische Schriftsteller und Bibliothekar Mitverantwortung trug:
«El Séptimo Círculo en la época de Borges y Bioy».

Durante muchos años la colección de novelas policiales y de misterio que publicaba Emecé fue casi la única alternativa de los lectores del género. Habla uno de ellos.

[via Libro de Notas]

Die vervollständigte «Historia de los Mexicanos por sus Pinturas»

«Historia de los Mexicanos por sus Pinturas»

Anhand des Dokumentes der Historia de los Mexicanos por sus Pinturas, erstellt im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts, basierend auf verschiedenen Bilderhandschriften [§1 “…libros y figuras que segun lo que demostrauan antiguas y muchas dellas teñidas la mayor parte untadas con sangre humana” (HMP)], erklären und beschreiben los mexicanos [“sacerdotes y papas, señores y principales” (ibid)] ihre Welt, von Anbeginn bis Ende: Eröffnet wird mit einem göttlichen Urpaar und ihren vier Söhnen, die nach 600 Jahren Nichtstun aktiv werden. Nach der Grundausstattung (Feuer, erstes Menschenpaar, Zeitrechnung und der Erschaffung anderer Götter), den ersten vier Sonnenaltern und der Sintflut wenden sich die vier Göttersöhne der Restaurierung und der Vollendung der Welt zu. Dann übernimmt Gott Camasle das weitere Geschehen. Unter verschiedenen Heldentaten erschafft er die Chichimeken, und sein leiblicher, jedoch sterblicher Sohn, Ce Acatl, wird der erste Herrscher von Tula. Nach seinem Ableben treten nun die mexicanos ins Weltgeschehen. Mit der Darstellung ihrer Wanderung auf der Suche nach ihrem „gelobten Land“, von Azcla beginnend und von ihrem Gott Vchilobi geführt, nehmen wir teil an ihren Entbehrungen, Eroberungen, Ortsgründungen, Begegnungen mit anderen Ethnien, den Chichimeken und Otomies, an Festen und Opferungen, bis zur schließlichen Gründung ihrer Stadt Tenochtitlan. Die darauffolgenden Stadtannalen geben uns einen Einblick in ihre zuerst herrscherlose Zeit, dann in die der mexikanischen Machthaber mit ihren erfolgreichen Eroberungszügen und ihren Gesetzen. In der frühkolonialen Herrscherzeit endet dieses einmalige Dokument.
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