Download dieses Artikels als PDF
„Muertas que no asustaban a nadie.“
2666 – Der letzte Roman (2004) des Jahrhundert-Schriftstellers Roberto Bolaño mag für den zartbesaiteten Lesenden bisweilen verstörend wirken. Im vierten und zentralen Teil des 1300 Seiten-starken Werkes wird die Erzählung bis zu 150-mal durch detaillierte Schilderungen der Körper ermordeter Frauen unterbrochen. Ganz im Stile eines forensischen Berichtes schildert der (auktoriale) Erzähler, welche Verletzungen am Körper zu finden sind oder auf welche Art sie vergewaltigt wurden. Die brutale, genaue Art der Beschreibung sowie die schiere Anzahl dieser Berichte erzeugen bei den Lesenden ein Gefühl der Beklommenheit, dass in der Fachliteratur u.a. mit „abismo temporal“ (Dés 2002: 197), im Sinne eines gegenwärtigen Abgrundes beschrieben wird. Vor diesem paradigmatischen Abgrund aus Gewalt und permanentem Scheitern stehen nicht nur die Figuren in Bolaños Werken, in diesen Abgrund der Menschlichkeit blicken auch die Lesenden bei der Lektüre zahlreicher Stellen wie dieser:
„Die Feminizide von Ciudad Júarez, Roberto Bolaño und das kollektive Gedächtnis“ weiterlesen



Nach einer
Die französische Exzellenzinitiative 

Viele Romanist*innen wollen beim Publizieren nicht auf ihren angestammten Verlag verzichten, auch wenn sie Open Access prinzipiell attraktiv finden. In diesem Fall gibt es u.a. die Möglichkeit, Ihre Arbeit zusätzlich als Preprint im Open Access zu veröffentlichen.