Jorge Volpi zum ‚Mexikanischen Frühling‘

Auf El País gibt der mexikanische Schriftsteller Jorge Volpi in seinem Kommentar «La ‚primavera mexicana‘» einen ausführlichen Einblick in die mexikanische Protestbewegung #YoSoy132, die sich im Vorfeld der mexikanischen Wahlen (1. Juli 2012) gebildet hat:

Gracias a los jóvenes de #YoSoy132 las elecciones presidenciales dieron un giro. Aunque se les acusa de no poseer una agenda, consiguieron exhibir los fallos de una democracia donde la opinión pública es manipulada

Neben den Hintergründen der studentischen Bewegung (zu deutsch etwa: „Ich bin der 132ste“, siehe deutschen Erklärungsartikel), die im Vorfeld der Wahlen auch weitere Teile der Bevölkerung erreichte, geht Volpi auch auf den Einfluss des mexikanischen Fernsehens auf die politische Willensbildung ein:

Si la mayor parte del país sólo se entera de la conducta de sus gobernantes a través de la televisión, y ésta apoya a un solo candidato, la justa se degrada a niveles insospechados. El resultado del acuerdo fue el previsto: más allá de los errores de Calderón y López Obrador —la guerra contra el narco, en el primer caso; el mesianismo, en el segundo—, la enorme popularidad de Peña, y su liderazgo en las encuestas, mucho le debe a la abrumadora promoción que recibió en estos años.

Wie sehr die mexikanischen Medien, allen voran das Fernsehen, die Bevölkerung nicht nur vor den Wahlen, aber ganz besonders auch dann, manipulieren, wird in der sehenswerten Dokumentation «Teletirania: La dictadura de la television en México» deutlich:

Informationen zu Jorge Volpi finden Sie auch über die Metasuche in cibera cibera. Darüber aufrufbar ist auch ein lesenswerter Volltext von Roger A. Zapata (Montclair State University): «La pobreza de la filosofía como material novelesco: El fin de la locura de Jorge Volpi» (PDF).

Alejandro Cartagena: Car Poolers

Alejandro Cartagena: Car Poolers 2011 -2012
Fotos © Alejandro Cartagena

Wer in Mexiko mal in die Lage versetzt wurde, auf eine Mitfahrgelegenheit angewiesen zu sein, kennt das: open air hinten auf die Troca. Für viele Mexikaner, allen voran Handwerkern auf dem Weg zu ihrem Einsatzort, ist das eine sehr übliche Art der Fortbewegung. Der Fotograf Alejandro Cartagena hat dieser aus der Not geborenen, letztendlich aber auch die Umwelt schonenden, Tradition mit der Fotoserie «Car Poolers» ein visuelles Denkmal gesetzt.

Es lohnt eine genaue Betrachtung der Bilder: Anordnung von Mensch und Werkzeug sind dabei genau so faszinierend wie die optimierte Raumaufteilung bei puzzleteil-ähnlicher Troca-Belegung mit mehren Personen.

Weitere Fotoserien von Alejandro Cartagena (im Überblick auf seiner Website):

[via ignant]

Der «Séptimo Círculo» in der Zeit von Borges und Bioy

Patrick Quentin: Mi hijo, el asesino

Es ist fast schon eine kleine Tradition im ciberaBlog am 14. Juni auf den Todestag von Borges hinzuweisen. Heute vor 26 Jahren ist Borges in Genf gestorben, 2011 und 2009 («Jorge Luis Borges und Genf: Eine Spurensuche») war dies bereits Thema hier im Blog.

Heute soll Borges‘ gedacht werden durch Hinweis auf einen Artikel von Luis Chitarroni, der seine Erfahrung als Leser einer Krimi-Reihe schildert, für die der argentinische Schriftsteller und Bibliothekar Mitverantwortung trug:
«El Séptimo Círculo en la época de Borges y Bioy».

Durante muchos años la colección de novelas policiales y de misterio que publicaba Emecé fue casi la única alternativa de los lectores del género. Habla uno de ellos.

[via Libro de Notas]

Die vervollständigte «Historia de los Mexicanos por sus Pinturas»

«Historia de los Mexicanos por sus Pinturas»

Anhand des Dokumentes der Historia de los Mexicanos por sus Pinturas, erstellt im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts, basierend auf verschiedenen Bilderhandschriften [§1 “…libros y figuras que segun lo que demostrauan antiguas y muchas dellas teñidas la mayor parte untadas con sangre humana” (HMP)], erklären und beschreiben los mexicanos [“sacerdotes y papas, señores y principales” (ibid)] ihre Welt, von Anbeginn bis Ende: Eröffnet wird mit einem göttlichen Urpaar und ihren vier Söhnen, die nach 600 Jahren Nichtstun aktiv werden. Nach der Grundausstattung (Feuer, erstes Menschenpaar, Zeitrechnung und der Erschaffung anderer Götter), den ersten vier Sonnenaltern und der Sintflut wenden sich die vier Göttersöhne der Restaurierung und der Vollendung der Welt zu. Dann übernimmt Gott Camasle das weitere Geschehen. Unter verschiedenen Heldentaten erschafft er die Chichimeken, und sein leiblicher, jedoch sterblicher Sohn, Ce Acatl, wird der erste Herrscher von Tula. Nach seinem Ableben treten nun die mexicanos ins Weltgeschehen. Mit der Darstellung ihrer Wanderung auf der Suche nach ihrem „gelobten Land“, von Azcla beginnend und von ihrem Gott Vchilobi geführt, nehmen wir teil an ihren Entbehrungen, Eroberungen, Ortsgründungen, Begegnungen mit anderen Ethnien, den Chichimeken und Otomies, an Festen und Opferungen, bis zur schließlichen Gründung ihrer Stadt Tenochtitlan. Die darauffolgenden Stadtannalen geben uns einen Einblick in ihre zuerst herrscherlose Zeit, dann in die der mexikanischen Machthaber mit ihren erfolgreichen Eroberungszügen und ihren Gesetzen. In der frühkolonialen Herrscherzeit endet dieses einmalige Dokument.
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Kulturprogramm des Instituto Cervantes Hamburg im Juli & August 2012

Update 11.6.2011: Leider entfallen die beiden Filmvorführungen.

Spanischer Filmclub: Smoking Room

In Kooperation mit dem 3001 Kino zeigt das Instituto Cervantes Hamburg jeden Monat einen Film in spanischer Sprache.

Eine in Spanien angesiedelte Zweigstelle einer amerikanischen Firma führt in ihren Büros das Rauchverbot ein. Alle Mitarbeiter, die während ihrer Arbeitszeit rauchen wollen, müssen dies von nun an auf der Straße tun. Der Mitarbeiter Ramírez beschließt daraufhin Unterschriften zu sammeln, um einen leerstehenden Raum zu einem „Smoking Room“ umzufunktionieren. Als es daran geht den Plan in die Tat umzusetzen, finden plötzlich alle Kollegen eine Ausrede sich nicht an der Unterschriftenaktion zu beteiligen.

Einführung: Ainhoa Montoya Arteabaro

In Kooperation mit dem 3001 Kino und dem Ministerio de Asuntos Exteriores y de Cooperación de España.

Eintritt: 6,50 / 4,50

Kartenvorbestellung und Info: 040 437679 oder info@3001-kino.de

Zeit und Ort:
10.07.2012, 20 Uhr (entfällt)

3001 Kino
Schanzenstr. 75
20357 Hamburg

Spanischer Filmclub: El Viaje Hacia el Mar
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Kulturprogramm des Instituto Cervantes Hamburg im Juni 2012

Musik der Avantgarde in Spanien

Das Instituto Cervantes Hamburg initiiert gemeinsam mit dem NDR das neue werk eine Konzertreihe mit Werken zeitgenössischer spanischer Komponisten. Der renommierte Musikwissenschaftler José Luis Téllez eröffnet diese Reihe mit einem historischen Überblick der Neuen Musik in Spanien ab dem ersten nicht tonalen Musikstück aus dem Jahr 1922 von Roberto Gerhard bis heute. Er wird sowohl auf historisches Hintergrundwissen als auch auf andere künstlerische Strömungen eingehen. 

Mit deutscher Übersetzung

Vortrag: José Luis Téllez (Musikwissenschaftler, Musikkritiker)

Eintritt frei

Anmeldung und weitere Informationen unter: 040 530 205 290 oder cultx1ham@cervantes.es

Zeit und Ort:
01.06.2012, 19 Uhr

Instituto Cervantes
Chilehaus, Eingang B
Fischertwiete 1

Carmen Replay – Konzert mit Videoprojektion

In Kooperation mit dem NDR das neue Werk präsentiert das Instituto Cervantes Hamburg eine zeitgenössische Interpretation der Oper „Carmen“. In „Carmen Replay“ wird der Mythos der bekannten spanischen Opernfigur neu aufgegriffen. Dabei werden die dramatischen Ereignisse der Bizet-Oper um die Gitana Carmen, Don José, Micaela und den Torero Escamillo von der Gruppe „rejoice!“ neu interpretiert. Die musikalische Umsetzung erfolgt durch den spanischen Komponisten David del Puerto, der dabei Instrumente wie die elektrische Gitarre einsetzt.
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