Ramón y Cajal, Dalí, Lorca: Die Neuronen, die den Surrealismus inspirierten

Ab heute läuft in spanischen Kinos die Dokumentation „Ramón y Cajal: dibujos en la retina“ – ein guter Anlass, an eine faszinierende Verbindung zwischen Wissenschaft und Kunst zu erinnern.

Santiago Ramón y Cajal entdeckte 1888 die Neuronen als unabhängige Zellen des Nervensystems. Seine präzisen, kunstvoll gestalteten Zeichnungen dieser „Schmetterlinge der Seele” gingen weit über die Wissenschaft hinaus: Kunsthistoriker Jaime Brihuega nennt Cajal „einen Grundstein des spanischen Surrealismus”. In der von Cajal mitgegründeten Residencia de Estudiantes in Madrid lernten sich Federico García Lorca und Salvador Dalí kennen – und sahen dort die neurologischen Zeichnungen des Nobelpreisträgers. Motivisch schlugen sich diese in Lorcas und Dalís Werken nieder: Wurzelstrukturen, freigelegte Nerven, eine „ästética fisiológica”, wie Lorca es selbst nannte. Auch Luis Buñuels surrealistisches Frühwerk Un perro andaluz trägt Spuren von Cajals Laborarbeit.
Bitter-ironisch: Ramón y Cajal selbst verachtete den Surrealismus als „barbarische Entartung” – und inspirierte ihn doch entscheidend.
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Renoir in Love

Bal du moulin de la Galette (Tanz im Moulin de la Galette) von Pierre-Auguste Renoir (1876)

Auf Arte ist eine aktuelle Dokumentation über Pierre-Auguste Renoir von Camille Ménager (F 2025) zu sehen: Renoir in Love.

Schon im 19. Jahrhundert, als die industrielle Revolution die Gesellschaft grundlegend veränderte, beobachtete der Maler Pierre-Auguste Renoir mit wachem Blick die Folgen dieses Wandels. Seine größte Sorge galt dabei der Qualität zwischenmenschlicher Beziehungen. Seine Antwort: Bilder voller Wärme – Freundschaft, Zärtlichkeit und erotischer Nähe.
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Zwei Empfehlungen für Serien von Isabel Coixet

Heute möchten wir auf eine spanische und eine französische Serie der spanischen Regisseurin Isabel Coixet hinweisen, die in beiden Fällen neben der Regie auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet:

Quelqu’un devrait interdire les dimanches après-midi

Nachdem wir die wunderbare französische Serie “Quelqu’un devrait interdire les dimanches après-midi“ („Sonntagnachmittagsblues“) bereits letzte Woche in unseren Social-Media-Kanälen auf Bluesky und Mastodon empfohlen hatten:
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Marshall McLuhan und die Künstliche Intelligenz: „Das Medium ist die Botschaft”

Red de Humanidades Digitales: ¿La IA es el mensaje? Ein Denkanstoß zum Wochenende: Im Blog Red de Humanidades Digitales hat Jaime Ricardo Huesca (Universidad Veracruzana, México) einen interessanten Artikel unter dem Titel ¿La IA es el mensaje? veröffentlicht.

Der Kommunikationssoziologe Marshall McLuhan prägte Mitte der 1960er Jahre mit seinem Werk Understanding Media den Satz „Das Medium ist die Botschaft”. Seine These: Nicht allein die Inhalte, sondern die jeweils dominanten Medien und Technologien formen unser Denken, unsere Wahrnehmung und unsere gesellschaftliche Wirklichkeit. Jede Epoche wird von einem Leitmedium geprägt – vom Fernsehen über das Internet bis hin zu Streaming und Podcast.
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Neuer Wikipedia-Artikel Öffentliche Comicsammlungen in Deutschland

Es gibt einen neuen Wikipedia-Artikel zum Thema „Öffentliche Comicsammlungen in Deutschland„. Hiermit möchten wir sowohl alle Forschende, die zu Graphic Novels und Comics arbeiten, darüber informieren, als auch alle Bibiotheken und Fachinformationsdienste aufrufen am Ausbau dieses Artikels mitzuwirken, wie wir es im Vorfeld bereits vonseiten des FID Romanistik gemacht haben:
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Die Universitätsbibliothek im KI-Zeitalter – Eine Nutzerperspektive

Lluís Codina, Professor für Dokumentation und Informationssysteme an der Universitat Pompeu Fabra (Barcelona), hat kürzlich eine Präsentation veröffentlicht, die aus der Perspektive eines langjährigen Forschers und Hochschullehrers beleuchtet, wie sich Universitätsbibliotheken durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz verändern – und was gleich bleibt.

Codinas Kernthese: Die grundlegenden Aufgaben wissenschaftlicher Bibliotheken – Informationsversorgung, Forschungsunterstützung, Wissenstransfer und Nutzerschulung – bleiben bestehen, werden aber durch KI tiefgreifend transformiert. Dabei entstehen neue Kompetenzanforderungen: Bibliotheken sollen KI-Systeme evaluieren, ethische Leitlinien entwickeln und ihre Communities in kritischer KI-Nutzung schulen.
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Max Bonhomme: „Propagande graphique – Photomontage et culture de l’imprimé dans la France des années 1930“

Buchcover Max Bonhomme: 'PROPAGANDE GRAPHIQUE' Wir haben diese Woche schon in den Social-Media-Kanälen des FID auf diese wichtige Publikation von Max Bonhomme (Maître de conférences en design, Université de Strasbourg) zur Sozialgeschichte des Grafikdesigns hingewiesen, die vergangenen Oktober sowohl im Verlag Édition De La Sorbonne als auch online in Open Editions erschienen ist. Die Fotomontage ist an der Schnittstelle zwischen Massenkultur und künstlerischer Avantgarde angesiedelt, und erlebte in der Zwischenkriegszeit unter dem Einfluss der Berliner Dadaisten und der russischen Konstruktivisten einen besonderen Aufschwung:
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Kooperation FID Jüdische Studien und FID Romanistik: Schwerpunkt zum sephardischen Judentum an der SUB Hamburg

Sinior Haim Israel Me’ir MisrachiCod. Levy 130, 4v SUB HamburgJerusalem, 1900

Sinior Haim Israel Me’ir Misrachi
Cod. Levy 130, 4v SUB Hamburg
Jerusalem, 1900

Der FID Romanistik und der FID Jüdische Studien arbeiten ab sofort in einer neuartigen Kooperation zusammen. Im Rahmen der gerade von der DFG verlängerten Förderphase des FID Jüdische Studien (siehe Information UB Frankfurt) wurde auch ein Teilprojektantrag der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg (SUB) von der DFG bewilligt, in dessen Namen der FID Romanistik die Literatur- und Ressourcenversorgung für Forschungen zum Judenspanischen und zur Geschichte und Kultur des sephardischen Judentums übernimmt.
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