Neuverfilmte Intersexualität: „Mi querida señorita“

Filmplakat 'Mi querida señorita' (2026) Wohl wissend, dass nicht alle durchgehend die Social-Media-Kanäle des FID Romanistik1Der FID berichtet täglich auf Bluesky und Mastodon und mehrmals die Woche auf Facebook über Aktuelles aus der Romania. (Folgen Sie uns gerne auf einem dieser Kanäle, wenn Sie ihn in der eigenen Wissenschaftskommunikation nutzen.) verfolgen können, greifen wir manchmal eine dort vorgestellte Information wieder hier auf, um im Romanistik-Blog etwas ausführlicher darüber berichten zu können. In dieser Woche geht es um jenes Posting zur aktuellen Neuverfilmung des spanischen Filmklassikers „Mi querida señorita“:

Gespannt auf die Neuverfilmung des Filmklassikers „Mi querida señorita“ (ab 1.5. bei Netflix). Derweil: sowohl den Film von Jaime de Armiñan (discovery.fid-romanistik.de/vufind/Recor…) als auch „La mala costumbre“ von Alana S. Portero (discovery.fid-romanistik.de/vufind/Recor…) gibt‘s beim FID.

FID Romanistik (@fidromanistik.bsky.social) 2026-04-19T09:15:28.555Z

Zum Interview mit Alana S. Portero (eldiario.es, 18. April 2026): Portero schreibt das Drehbuch zu einer Neuverfilmung von „Mi querida señorita“, dem Klassiker von Jaime de Armiñán. Produziert wird der Film von Javier Calvo und Javier Ambrossi, Regie führt Fernando González Molina. Das Original von 1972 handelt von Adela, einer Figur, die als Frau aufgewachsen ist, aber entdeckt, dass sie biologisch ein Mann war. Damals existierte der Begriff Intersexualität kaum; das Drehbuch war so konstruiert, dass es die franquistische Zensur passieren konnte.

Die Neuverfilmung will das beleuchten, was im Original im Dunkeln blieb: die Intersexualität. Portero betont, dass es mehr intersexuelle Menschen gibt als Rothaarige – ein Zitat der Intersex-Aufklärerin Mer Gómez, die das Team begleitet hat. Portero vertritt die Haltung, dass Andeutungen beim Erzählen dieser Geschichte nicht ausreichen: Wer von Körpern erzählt, an denen Eingriffe vorgenommen werden, muss das direkt ansprechen – Verstümmelung lässt sich nicht nur andeuten. Die Hauptrolle spielt Elisabeth Martínez, selbst eine intersexuelle Person, die ihre eigene Erfahrung in die Figur einbringt.

In diesem Zusammenhang verweisen wir auf das Interview mit Hauptdarstellerin Elisabeth Martínez und Regisseur Fernando González Molina, das der Kino-Podcast Kinotico.es auf dem Filmfestival in Málaga im März 2026 geführt hat: González Molina: „Siempre me he manifestado como gay, pero no había encontrado la historia para hablar del colectivo“

Unfassbar, wie schnell der Regisseur in diesem Interview-Ausschnitt – auch bei Kinotico.es – spricht (zum Glück ist es transkribiert):

Wie im Social-Media-Post beschrieben: der Film läuft zur Zeit in spanischen Kinos und startet am 1. Mai auf Netflix. Filme sollte man eigentlich im Kino sehen, denn dafür werden sie gemacht. Aber, wenn man keine Möglichkeit hat, ihn im Kino zu sehen, ist Netflix eine gute zweite Option. Die Drehbuchautorin Alana S. Portero ist sich dieser Problematik auch bewußt und schreibt auf Mastodon: „Solamente va a estar un par de semanas en cines antes de subirse a Netflix, comprendo que esto baja las ganas de ver las cosas en las salas…“.

Sowohl den Film von Jaime de Armiñan aus dem Jahr 1972 (https://discovery.fid-romanistik.de/vufind/Record/1024614999?sid=5463FID Romanistik ) als auch den Debut-Roman von Alana S. Portero „La mala costumbre“ (https://discovery.fid-romanistik.de/vufind/Record/1851246894?sid=5461FID Romanistik) gibt‘s zur Ausleihe beim FID.

Zitieren Sie diesen Artikel bitte so: Markus Trapp, "Neuverfilmte Intersexualität: „Mi querida señorita“", in Romanistik-Blog, 21. April 2026, https://blog.fid-romanistik.de/2026/04/21/neuverfilmte-intersexualitaet-mi-querida-senorita/.
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    Der FID berichtet täglich auf Bluesky und Mastodon und mehrmals die Woche auf Facebook über Aktuelles aus der Romania. (Folgen Sie uns gerne auf einem dieser Kanäle, wenn Sie ihn in der eigenen Wissenschaftskommunikation nutzen.)

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