Balearisches Kurzfilmportal auf Dailymotion: ACIB

Asociación de Cineastas de las Islas Baleares Die „Asociación de Cineastas de las Islas Baleares“ (ACIB) hat in Kooperation mit dem Videohoster Dailymotion ein Filmportal mit Kurzfilmen balearischer Regisseurinnen und Regisseure eingerichtet, auf dem die Filme in hoher Qualität betrachtet werden können: Dailymotion – ACIB.

Kurzfilm-Portal von ACIB bei Dailymotion Während die bei YouTube oder Dailymotion sonst zu findenden Werke oft in so schlechter Qualität vorliegen, dass an ein bildschirmfüllendes Betrachten im Großformat gar nicht zu denken ist, lohnt sich bei den im Kurzfilmportal auf Dailymoton gelisteten Filmen der Klick auf das Symbol großer Bildschirm in der Playerleiste der einzelnen Videos unten rechts.

Sehen Sie hier als Beispiel den Kurzfilm Niño Vudú des Premio Ramon Llull-Preisträgers Toni Bestard (*1973, Infoseite ACIB) aus dem Jahr 2004. Die Geschichte einer Adoleszenz auf Mallorca zu Zeiten des Besuches einer Rocklegende in La Palma Ende der Sechziger Jahre, Niño Vudú:

Denken Sie daran, vor dem Start des Cortos (Dauer: 21 Minuten) den Rat zu befolgen, den auch der Regisseur Toni Bestard in seinem Blog »El rincón del sapo« zum Betrachten des Filmes gibt:

Os dejo a continuación „Niño Vudú“, uno de mis cortos más queridos y al que dediqué más tiempo y energías. (Si lo agrandais lo seguireis viendo a muy buena calidad de imagen y sonido)


Niño Vudú
Hochgeladen von acib

Das Denken verordnen. Über Brigitte Schlieben-Lange

Brigitte Schlieben-Lange
B. Schlieben-Lange
Foto: Univ. Frankfurt

Über die Sprachwissenschaftlerin Brigitte Schlieben-Lange (1943-2000). Mitsamt einer kurzen Reflexion über den Nutzen der Variable „Geschlecht“ in der Linguistik.

Dem heutigen Idealbild der modernen Frau, die Familie und Berufskarriere zu vereinen weiß, hat Brigitte Schlieben-Lange wohl entsprochen: mit 27 Jahren war sie bereits promoviert, mit 31 Jahren bekleidete sie ihren ersten Lehrstuhl für Romanische Philologie und Allgemeine Sprachwissenschaft in Frankfurt/Main. 1991 wurde sie zur Nachfolgerin des berühmten romanistischen Sprachwissenschaftlers Eugenio Coseriu in Tübingen berufen. Während sie die Sprachwissenschaft mit bahnbrechenden Monographien revolutionierte und verschiedenste Ämter bekleidete, erzog und versorgte sie nicht weniger als vier Kinder.

Viele Nachrufe auf die anno 2000 mit 57 Jahren sehr jung verstorbene Sprachwissenschaftlerin rühmen ihre Doppelrolle als Wissenschaftlerin und Mutter. In einer Gedenkfeier in der Stiftskirche am 22.06.2001 sagte z.B. Peter Koch (Tübingen): „Uns fehlt eine Frau, die uns in beeindruckender Weise vorlebte, wie man mit vollem Einsatz zugleich Wissenschaftlerin, Familienmutter und so vieles andere sein kann.“ (Koch 2001). Wolfgang Raible (Freiburg) hob in seinem Nachruf der Heidelberger Akademie der Wissenschaften hervor, dass Brigitte Schlieben-Lange, obwohl sie zugleich die Mutterrolle meisterte, „doch nie auf einen ‚Frauenbonus’ angewiesen“ gewesen sei (Raible 2001).

Möglicherweise wäre Brigitte Schlieben-Lange ihre Idealisierung als überdurchschnittlich leistungsfähige Frau, die es ganz alleine und allem zum Trotz schafft, unangenehm gewesen, denn sie war keine Person, die sich gern hätte in gesellschaftliche Idealbilder einpassen lassen: Sie war eine Querdenkerin, eine, die hartnäckig und unerlässlich ihren ganz eigenen Blickwinkel verteidigte. „Das Denken verordnen. Über Brigitte Schlieben-Lange“ weiterlesen

21. Deutscher Katalanistentag »Sprache und Migration«

Flagge Katalonien »Llengua i migració« – »Sprache und Migration« ist der Titel des 21. Deutschen Katalanistentages, der vom 9. – 11. Oktober 2008 an der Universität Kiel stattfinden wird.

Im Call for Papers heißt es:

Wenige Phänomene haben so viele Auswirkungen in der modernen katalanischen Gesellschaft gezeigt wie das der Migration. In der Tat spricht man heute von Katalonien (und insgesamt von den Katalanischen Ländern) als einem Einwanderungsland. Die zahlreichen Folgen dieser Entwicklung sind auf vielen verschiedenen Feldern feststellbar. Sie betreffen den Sprachgebrauch und die Sprachentwicklung, den Diskurs über die katalanische Identität sowie wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Aspekte verschiedener Art.

Website des Katalanistentages 2008 an der Uni Kiel Die Organistatoren Prof. Dr. Ulrich Hoinkes, Universität Kiel, und Bàrbara Roviró, Universität Bremen, erwarten die Vorschläge interessierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für Beiträge von 30 Minuten (in den Sprachen Katalanisch, Deutsch, Englisch und Spanisch) bis zum Ende diesen Monats (31. Juli 2008).

Alle Adressen und erste Informationen (Programm, Anreise, Unterkunft) finden Sie auf der zweisprachigen Tagungswebsite (dt./katalan.) http://www.catalanistica.uni-kiel.de.

Brigadistas und Podiumsdiskussion zum Spanischen Bürgerkrieg

Cover Brigadistas
Eine Sängerin trägt Ay Carmela auf einer Abend-
veranstaltung in Zaragossa vor. Foto: D. Burkholz

Hiermit möchten wir auf die Präsentation des Dokumentarfilms »Brigadistas« von Daniel Burkholz hinweisen, die am Dienstag, 15. Juli 2008, um 20 Uhr, im Kino Central, Rosenthaler Str. 39, 10178 Berlin, mit anschließender Podiumsdiskussion („Welche Auswirkungen hat der Spanische Bürgerkrieg auf das Spanien von heute?“) stattfinden wird.

Die Moderation wird der ehemalige MdB und Vorsitzende der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Prof. Heinrich Fink, übernehmen. Die Widerstandskämpferin Lore Krüger, der Direktor des Cervantes Instituts Berlin Gaspar Cano Peral, die Schriftstellerin Mercedes Alvarez, der
Politologe Prof. Ignacio Sotelo und der Regisseur Daniel Burkholz werden ebenfalls an der Podiumsdiskussion teilnehmen.

El País schrieb über »Brigadistas« im Artikel »Regreso a la trinchera«:

El protagonista absoluto del filme es el testimonio en primera persona de estos hombres y mujeres que se prestaron libremente a luchar por las libertades de un país desconocido al que retornan ahora, en el final de sus vidas, para recibir un agradecido reconocimiento del pueblo español.

Den Trailer zum Film sehen Sie hier:


Direktlink YouTube

Ausführliche Informationen (Hintergrund, Pressespiegel, Fotos) zu »Brigadistas« finden Sie auf den Seiten von Roadside.

Der Film wird im spanischen Original mit deutschen Untertiteln gezeigt. Wer den Dokumentarfilm in Berlin nicht sehen kann, hat noch eine Chance ihn bei der im Rahmen der medica mondiale stattfindenden Aufführung in Köln am Samstag, den 19. Juli ab 21 Uhr zu betrachten (nähere Informationen siehe Roadside).

Die ‚Transición‘ erreicht nach mehr als 30 Jahren auch den spanischen Fußball

Spezial zur Euro 2008
El País-Spezial zur Euro 2008

Am Sonntag wurde die spanische Nationalmannschaft nach 44 Jahren erneut Fußballeuropameister – der erste internationale Titelgewinn seit der Franco-Diktatur. Der spanische Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero kommentierte das Ereignis mit den Worten: „ … se ha cerrado la transición en el fútbol español con esta gran victoria.“ (El País). Er setzt damit dieses sportliche Ereignis in Beziehung zu der Zeit nach Francos Tod im Jahre 1975, als in Spanien ein friedlicher Übergang zur Demokratie gelang.

Gerade in der spanischen Fußballnationalmannschaft hatte sich in den letzten Jahrzehnten eines der größten innenpolitischen Probleme des Landes gezeigt – der Konflikt mit einigen Autonomieregionen, insbesondere mit dem Baskenland und Katalonien. Alle Betrachter sind sich einig, dass es unter dem Trainer Luis Aragonés zum ersten Mal gelang, eine Mannschaft zusammenzustellen, in der Spieler aus dem ganzen Land eine Einheit bilden. Das gilt sogar für die rivalisierenden Clubs Real Madrid und FC Barcelona, die in der Fußballwelt den Konflikt zwischen der Regierung in Madrid und der Generalitat de Catalunya widerspiegeln.

Spanische Mannschaft feiert Trainer AragonésVergleicht man die ausführliche online-Berichterstattung der spanischen Tageszeitungen, so wird deutlich, dass nicht nur in Madrid, sondern auch in Barcelona gejubelt und gefeiert wird, wenn auch in Barcelona mit kritischen Untertönen. Der Artikel »Los campeones de Europa reciben la enhorabuena de la Familia Real y Zapatero« der wichtigsten katalanischen Tageszeitung „La Vanguardia“ über den Empfang der „selección“ durch die königliche Familie und den Regierungschef in Madrid wurde mehr als 300 mal von Lesern kommentiert – auf spanisch oder katalanisch, aus Barcelona aber auch aus Madrid. Die vielfältigen Kommentare vermitteln einen guten Eindruck von der mittlerweile sehr differenzierten Stimmungslage in Katalonien und darüber hinaus.

Spanische Geschichte für die breite Öffentlichkeit

Wer Überblickswerke zum spanischen Weltreich suchte, blieb lange Zeit auf die englischsprachige Historiographie verwiesen. Erst in den letzten Jahren lässt sich anhand vieler deutschsprachiger Neuerscheinungen ein frischer Trend zu zusammenfassenden Darstellungen erkennen, die die Erträge der spezialisierten Forschung synthetisieren und einem breiteren Publikum zugänglich machen.

Die gut lesbare Vermittlung historischer Forschungsergebnisse gewinnt seit einigen Jahren – nicht zuletzt aufgrund des andauernden Rechtfertigungsdrucks auf die Geisteswissenschaften – rasant an Bedeutung. Was es heißt, Fachwissen anschaulich zu gestalten, konnte ich als wissenschaftlicher Berater bei GEO Epoche zum Thema „Weltmacht Spanien“ erleben. Beratung meint hier Mitarbeit bei der Heftkonzeption, Literaturauswahl für die Autoren und kritische Durchsicht der fertigen Artikel (Was macht eigentlich ein Fachberater?).

GeoEpoche: Als Spanien die Welt beherrschte Zwischen Wissenschaft und Journalismus
Plötzlich aus meinem wissenschaftlichen Schreibkontext in den Journalismus versetzt, sah ich das Verfassen von Geschichte mit ganz anderen Augen. Schreiben nicht als Dokumentation des eigenen Erkenntnisgewinns, sondern als Kommunikation mit Lesern. Während ich mir selber gelegentlich vorgaukle, mich an „historisch interessierte Laien“ zu richten, musste ich nun lernen, was es bedeutet, wirklich für historisch interessierte Laien zu schreiben. Bei aller Zuspitzung in journalistischen Texten bedeutet es nämlich in erster Linie erklären und nochmals erklären. Ohne Fußnoten. Personen, Orte, Ereignisse müssen charakterisiert und anschaulich werden. Wer ist das? Wo liegt es? Wie kam es dazu? Das Ganze spannend und unmissverständlich formuliert. Man kann hier ohne weiteres einwenden, dass wissenschaftliches Schreiben keinen Spannungsbogen braucht, Komplexität aufzeigen und nicht kaschieren soll und ohnehin auf einem ganz anderen Abstraktionsniveau angesiedelt ist – doch jeder, der einmal versucht, Philipp II. für den erwähnten Laien in einem Satz zu charakterisieren, wird verstehen, wo die besondere Schwierigkeit liegt.
„Spanische Geschichte für die breite Öffentlichkeit“ weiterlesen

Fotoarchiv des Spanischen Bürgerkriegs: Archivo Rojo

Brigadas Internacionales - Madrid
Foto: Archivo Rojo, Ministerio de Cultura. Brigadas Internacionales – Madrid

Das Spanische Kulturministerium stellt im Rahmen des Projektes Pares (Portal de Archivos Españoles) digitale Archive zur Geschichte und Kultur Spaniens ins Netz. In diesem Monat neu hinzugekommen ist das Archivo Rojo, welches das Ministerio de Cultura mit folgenden Worten auf der Startseite des umfangreichen Bildarchivs vorstellt:

Este valioso conjunto fotográfico, fue creado por la Junta de Defensa de Madrid como Fondo propagandístico para denunciar los desastres de la Guerra Civil. Posteriormente, fue ocultado y utilizado por el otro bando como instrumento de represión de las ideas políticas. Hoy, sus imágenes, nos acercan más a los actos encaminados para el recuerdo y homenaje de las víctimas de los bandos en guerra y para que la sociedad actual reafirme los lazos de convivencia política y social recogidos en el espíritu de la Constitución de 1978.

Beispiel für eine Detailseite des Archivo Rojo
Beispiel für eine Detailseite des Archivo Rojo:
El famoso médico alemán „Papa Fraenkel“

Das Archivo Rojo verfügt über mehr als 6.000 Fotographien aus dem Spanischen Bürgerkrieg. Der historische Bildbestand lässt sich durch eine Einteilung nach Kategorien und Orten (Madrid, Valencia) erschließen oder er kann nach Stichworten durchsucht werden. Jedes Bild kann vergrößert betrachtet werden und ist mit Detailangaben zu den Aufnahmen versehen, soweit diese bekannt sind. Gute Idee: Jede Fotoseite führt auch zu einem Formular (»Aportar información sobre la fotografía«), über welches die Besucher Informationen zu den Bildern beitragen können.

Vor einem unbedarften Blick in das Archiv sei jedoch gewarnt, manche Fotos schockieren durch ihre teilweise grausamen Inhalte.

[Update 3.7.08:] Passend zum hier vorgestellten Fotoarchiv berichtet politik-digital.de heute über die Digitale Erinnerung an den spanischen Bürgerkrieg:

60 Jahre hat es gedauert, bis sich Spanien an die republikanischen Opfer des Bürgerkriegs (1936-39) erinnern wollte und erinnern durfte. Heute sind es vor allem gut vernetzte Angehörigen-Verbände, die via Internet das öffentliche Bewusstsein prägen und politische Forderungen stellen.

[Ende Update]

[via Mangas Verdes]

Jornada Hispánica (Universität Bonn): Topologien der Moderne in Spanien

Einmal im Semester veranstaltet die Hispanistik der Universität Bonn eine für Studierende, Lehrende und interessierte Bonner Bürger offene Jornada zu spanischen oder lateinamerikanischen Themen. Im Sommer 2008 widmet sich das Kolloquium der räumlichen Artikulation von Modernisierungsprozessen. Vor dem Hintergrund des „spatial turn“ in den Kulturwissenschaften befassen sich die Vorträge mit den Stadtkonzepten in Literatur und Film in Spanien. Im Mittelpunkt stehen dabei die Metropolen Madrid und Barcelona.

Veranstalter: Prof. Dr. Mechthild Albert, Lehrstuhl für Iberoromanische Literatur- und Kulturwissenschaft der Universität Bonn

Hier das Programm der Jornada Hispánica vom 20. Juni 2008:

11 – 12.30 Uhr

PD Dr. Jörg Dünne (München): Raumgeschichte(n) – Topologien und Topographien der Literatur.

Prof. Dr. Hans-Jörg Neuschäfer (Saarbrücken): Barcelona – Eine literarische Stadtgeschichte.

14.30 – 18 Uhr

Marco Thomas Bosshard, M.A. (Freiburg): „Recuerdo un olor“ … Olfaktorische Topographien Madrids in der modernen spanischen Literatur.

Prof. Dr. Sabine Friedrich (Erlangen): García Lorca zwischen Granada und New York – Formen dynamischer Stadtwahrnehmung im Spannungsfeld der modernen Bild- und Textmedien.

Dr. Isabel Maurer Queipo (Siegen): „El corralito en la terraza“ – ZwischenRäume bei Pedro Almodóvar.

Weitere Informationen: www.hispanistik.uni-bonn.de