2x Spanische Presse: ‚La buena prensa‘ und Público.es

Dieser Artikel wartet mit zwei Hinweisen zum Thema Zeitung in Spanien auf:

La buena prensa Das journalistische Blog «La buena prensa» stellt in regelmäßiger Folge Meldungen verschiedener (meist) spanischer Zeitungen vor. Viele Leserinnen und Leser des ciberaBlogs haben es bereits in unserer Blogroll (siehe Blogs hispanos in der rechten Spalte) entdeckt. In ihrer Selbstbeschreibung (»Ya estamos aquí«) verlautbaren die Autoren (nicht ganz ironiefrei, jedoch den Kern der Sache treffend):

Por eso, La buena prensa nace para centrarse en la excelencia —en la planificación, en la información, en el aspecto visual, en la titulación…—. Una excelencia que, quitando algún destello o algún „¿has visto qué gran reportaje publica hoy tal periódico?“, apenas tiene “salida” en el „mercado“.

»La buena prensa« macht seinem Namen alle Ehre und stellt positive Pressebeispiele vor. Positiv in der Art der Aufmachung, in der journalistischen Herangehensweise, oft verdeutlicht in der Gegenüberstellung unterschiedlicher Periodika. In dieser Woche wurde angekündigt , dass es eine Serie zum Thema Illustrationen in der Presse geben wird, »Ilustrando la información«:

Es muy interesante comprobar cómo cada vez con más frecuencia las ilustraciones ganan terreno en la prensa. Si en las dos últimas décadas (80 y 90) la fotografía era la reina de la información gráfica, desde hace un tiempo muchos diarios vuelven a explotar la capacidad informativa del dibujo. Ciertamente, ilustración en prensa es casi tan vieja como el periodismo. […] Con este post queremos abrir un serial dedicado a comentar buenos ejemplos de buenas ilustraciones en prensa.

Ilustraciones 'La buena prensa' Die schon in der Einführung genannten Beispiele und der Verweis auf das höchst lesenswerte Blog des spanischen Grafikers Gabi Campanario, lassen eine Fortsetzung der bislang zu konstatierenden erstklassigen Qualität der Presseanalysen erwarten.

Wenn Sie sich weiter über Quellen zum Zeitungssektor in der spanisch- und portugiesischsprachigen Welt informieren möchten, können Sie dies natürlich auch in cibera tun. Etwa durch eine Abfrage der dort verzeichneten Internetquellen mit dem Schlagwort »Zeitung«cibera. Und damit komme ich auch zum zweiten die spanische Presse betreffenden Hinweis dieses Artikels:

Público.es Gerade heute habe ich eine neue Zeitung in der Datenbank Iberolinks von cibera aufgenommencibera, die ich seit ihrer Gründung im September letzten Jahres beobachtet habe: Público.es. Im politischen Spektrum ist die zum Konzern Mediapro gehörende Zeitung als eher links bzw. progressiv einzuordnen. Sie erscheint in einer Auflage von 250.000 Exemplaren, und zusätzlich in einer Online-Version, wo sie positiv durch die Einbindung von Social-Web-Elementen auffällt (etwa durch kommentierbare Artikel, Multimediaeinbindung, Verweise auf Blogs). Kein Wunder, ist doch ihr erster Direktor der in Spanien angesehene Journalist und Blogger Ignacio Escolar (s. auch Wikipedia-Artikel). Vielleicht schauen Sie sich die Zeitung ja einmal an: Público.es. Die einzelnen Sektionen sind natürlich auch per Feed abonnierbar. Dies ist zum Beispiel der RSS-Feed des Kulturteiles: publico.es/rss?seccion=culturasSie finden die jeweilige RSS-Feedadresse durch Klick auf das orangene Feed-Icon, nachdem Sie die entsprechende Rubrik (Ciencias, Culturas etc.) im Menü ausgewählt haben..

Broschüre der Spanischen Botschaft: ‚Spanien Kultur‘

Spanien Kultur 02 /2008 - Modell des Kongresszentrums Expo 2008 in Zaragoza Unter dem Titel »Spanien Kultur« informiert die Kulturabteilung der Spanischen Botschaft in Berlin seit Jahren die an der Kultur Spaniens interessierte Öffentlichkeit über entsprechende Veranstaltungen in Deutschland. Alle vier Monate erscheint das postkartengroße Kulturbulletin mit einem Überblick über das weit gefächerte spanische Kulturprogramm.

Editorial von 'Spanien Kultur'

Ausstellungen, Lesungen, Konzerte und Theateraufführungen quer durch die Republik werden vorgestellt. In diesen Tagen ist die neueste Ausgabe (Mai-August ’08) erschienen. Dort wird u.a. hingewiesen auf die Berliner Ausstellung über die beiden Architekten des Kongresszentrums der Weltausstellung in Zaragoza 2008, Nieto und Sabejano, (25.4.-30.5.08, Info), auf Spanisches Kino in Regensburg, Dresden und Emden, und auf die Lesung mit Juan Goytisolo an der Freien Universität Berlin (22.5.08, Info), um nur einige zu nennen.

Reichhaltiges Kulturprogramm im handlichen Format

Wenn Sie in den Verteiler dieser praktischen Veranstaltungsübersicht aufgenommen werden möchten, schreiben Sie eine kurze E-Mail an die Kulturabteilung der Spanischen Botschaft (Kultur -at- spanischebotschaft.deSpamschutz: -at- bitte durch @ ersetzen) und übermitteln Sie Ihre Anschrift. An die gleiche Adresse können Sie der Spanischen Botschaft auch Beiträge zur Spanischen Kultur melden.

Den vergangenen Kulturkalender (Januar – April) kann man übrigens komplett als PDF (3,4 MB) auf dieser Site der Kulturabteilung der Botschaft auf seinen Rechner laden, ich vermute, dass der aktuelle (Mai – August) in den nächsten Tagen dort ebenfalls zu finden sein wird.

Picassos Guernica in 3D


Direktlink YouTube

Pablo Picassos unvergleichliches Bild Guernica wird in diesem digitalen Kunstprojekt um eine dritte Dimension erweitert. Beeindruckend und verstörend zugleich.

Die Künstlerin Lena Gieseke über ihr Projekt:

My primary intention for the project was to create a provoking and deep contemplation of Pablo Picasso’s Guernica. Is my model a true reconstruction of the Picasso’s painting, or is it merely a rough re-visualization? Is it still Picasso’s art or has it, through my addition of third dimension, become something completely different? It is not my place to answer those questions nor to determine the relationship between my three-dimensional reproduction and the original painting.

Informationen zu Guernica in cibera cibera.

[via ALT1040]

Überblick über Soziale Netzressourcen

Der spanische Informationswissenschaftler José Luis Orihuela von der Universidad de Navarra, den ich bereits im Artikel »Diálogos de Comunicación: Themenschwerpunkt Blogs« als Referenz für informationswissenschaftliche Themen kurz vorgestellt hatte, macht wieder einmal auf eine seiner wertvollen Überblicksarbeiten aufmerksam. In seinem Blog eCuaderno präsentiert er einen kontinuierlich aktualisierten Überblick über Soziale Netzressourcen: »Medios en la red: un inventario de recursos y experiencias«.

Medios en la Red - Tabellarische Übersicht von José Luis Orihuela Dort werden kollaborative Dienste wie Weblogs, Podcasts oder selbst konfigurierbare Portalseiten vorgestellt. Die tabellarische Struktur hält die Informationen trotz der Ausführlichkeit recht übersichtlich. Jeweils dargestellt werden neben den konkreten Adressen die Konzepte der Dienste und es erfolgt eine Einschätzung des Potentials dieser Services. Internationale, meist spanischsprachige Beispiele verdeutlichen die Anwendungsmöglichkeiten.

Im Prinzip hat man so bereits eine gute Grundlage für eine beinahe schon komplett ausgearbeitete Unterrichtseinheit »Soziale Medien im hispanischen Kulturraum«, die zudem noch kontinuierlich aktualisiert wird. Da José Luis Orihuela sich bewusst ist, dass eine solche Übersicht keinesfalls allumfassend sein kann, zumal in einem Medienbereich, der stetem Wandel unterliegt, fordert er zu Erweiterungsvorschlägen über die Kommentarfunktion auf. Wenn Ihnen also weitere Dienste bekannt sind, die Sie vielleicht im Rahmen Ihrer Unterrichtsvorbereitung schon kennengelernt haben, freut sich die Fachcommunity – ganz im Sinne einer Web2.0-Zusammenarbeit – über Ihre Ergänzung.

Der Überblick wird in zwei Formaten angeboten: als Website in HTML oder als ausdruckbares PDF (z.Zt. 7 Seiten). Beides stets erreichbar unter der Adresse ecuaderno.com/medios. Vielleicht schauen Sie sich die anschauliche Übersicht und einige der dort vorgestellten Beispiele ja einmal an.

Neue Spanische Regierung

Heute Nachmittag tritt die neue Regierung Spaniens nach der Vereidigung durch König Juan Carlos zu ihrer ersten Sitzung in Madrid zusammen. Zum ersten Mal in der Geschichte Spaniens werden mehr Ministerien von Frauen als von Männern geleitet, und mit der 37-jährigen Carme Chacón wird zum ersten Mal das Verteidigungsministerium von einer Frau geführt.

Amanece en Cádiz - Blog von Bibiana Aído Eine weitere Neuerung im Kabinett, welche die zunehmende Bedeutung des Themas Web 2.0 auch im politischen Alltag auf der Iberischen Halbinsel dokumentiert: Mit der Gleichstellungsministerin (Ministra de Igualdad) Bibiana Aído gibt es erstmals auch eine spanische Ministerin mit Blog:
«Amanece en Cádiz».

Aktuelle Artikel zum Thema «Neue Spanische Regierung»:

Biblioteca Virtual de Prensa Histórica

Titelblatt La Pensatriz SalmantinaDie Biblioteca Virtual de Prensa Histórica, ein Projekt des spanischen Kulturministeriums, hat bislang fast 2000 Titel der historischen Presse Spaniens digitalisiert und stellt sie frei zugänglich zur Verfügung. Insgesamt handelt es sich dabei um fast 4 Mio. Seiten, die in den Formaten jpg und pdf heruntergeladen werden können.

Bei vielen der Zeitungen handelt es sich um schwer zugängliche historische Zeitungen, von denen zum Teil nur noch ein Exemplar vorhanden ist. Die älteste Ausgabe ist aus dem Jahr 1777 (siehe Abbildung). So ermöglicht die Biblioteca Virtual de Prensa Histórica nicht nur Nutzern weltweit den Zugriff auf die Quelltexte, sondern schont diese auch vor weiterem Verfall.

Die Suchoberfläche ist auf Spanisch, Katalanisch, Baskisch, Galizisch, Valencianisch und Englisch verfügbar. In der Expertensuche kann nach Titel, Herausgeber, Erscheinungsort sowie nach der Sprache der Veröffentlichung gesucht werden. Weiterhin gibt es die Möglichkeit, nach Erscheinungsdatum, Titellisten oder Erscheinungsort zu browsen.

10 Millionen Wikipedia-Artikel – Eine Betrachtung aus hispanistischer Sicht

Wikipedia - Die freie Enzyklopädie Seit dem 29. März hat die Wikipedia die 10 Millionen Artikel-GrenzeDer Zehnmillionste Wikipedia-Artikel ist in ungarischer Sprache verfasst und beschäftigt sich mit dem englischen Miniaturenmaler Nicholas Hilliard erreicht. Zahlreiche Medien berichten über dieses erfreuliche EreignisSo zum Beispiel Heise Online, 29.03.08: 10 Millionen Artikel in der Wikipedia. Ich habe mir auf der Wikimedia-Statistikseite einmal die Verteilung nach Sprachen angeschaut. Am heutigen Tag ergibt sich basierend auf der Anzahl der Artikel nach Sprachen folgende TOP 10:

Sprache
Wikipedia-Artikel
1.
Englisch
2.310.927
2.
Deutsch
730.259
3.
Französisch
640.820
4.
Polnisch
485.151
5.
Japanisch
480.970
6.
Italienisch
433.681
7.
Niederländisch
424.549
8.
Portugiesisch
368.812
9.
Spanisch
347.184
10.
Schwedisch
281.276

Zählt man zu den spanischen und portugiesischen Wikipedia-Artikeln noch die weiteren Sprachen der Iberischen Halbinsel hinzu (Katalanisch 110.289, Galicisch 33.846, Baskisch 24.828) kommt man für den größten Teil des Kulturraumes, den wir auch mit der Virtuellen Fachbibliothek cibera abdecken – Lateinamerika, Spanien und Portugal – auf stolze 1.253.771 Artikel (Stand 31.03.2008). Dabei sind zum Beispiel die über zehn Tausend Artikel in Náhuatl und Quechua noch nicht mitgerechnet.

Eine weitere erfreuliche Nachricht zur Wikipedia aus hispanistischer Sicht: Die Wikimania – die seit 2005 an jährlich wechselnden Orten stattfindende internationale Konferenz der Wikimedia Foundation – wird im kommenden Jahr 2009 in Buenos Aires stattfinden. Nachzulesen bei Tim Bartel im Wikipedistik-Blog.

Wer sich für die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Wikipedia interessiert, findet im Forschungsportal Wikipedistik die ideale Anlaufstelle. Dort wird unter anderem auch über laufende Forschungsprojekte zur Wikipedia informiert.

Schauen Sie doch einmal nach, ob zu Ihrem Studien- oder Forschungsgebiet aus der Hispanistik oder aus den Wissenschaften, die den Kulturraum Lateinamerika, Spanien, Portugal betreffen, Informationen in der Wikipedia zu finden und gegebenenfalls zu ergänzen bzw. zu korrigieren sind, die interessierte Öffentlichkeit wird es Ihnen danken. Natürlich ist die Wikipedia auch eine gute Gelegenheit, einen weiteren Kreis an der eigenen Studien- und Forschungsarbeit partizipieren zu lassen.

Andreu Nin und der Grabfund von Alcalá de Henares

Andreu Nin
(1892-1937) Foto: Fundación Andreu Nin

Seit zwei Jahren, immer am 11. eines Monats, schreibt José Antonio del Valle in seiner lesenswerten Artikel-Serie »Los anales perdidos« über Personen und Begebenheiten, die im Laufe der Geschichte Gefahr laufen in Vergessenheit zu geraten. Diese Woche bezieht er sich auf den neuesten Fund eines Grabes aus dem Spanischen Bürgerkrieg, der Spekulationen laut werden ließ, einer der fünf dort gefundenen Leichname könnte der des katalanischen Journalisten und Revolutionärs Andreu Nin i Pérez sein. Unter dem Titel »Ni en Roma ni en Berlín« beantwortet del Valle Fragen wie:

¿Quién era Andreu Nin y cual es la historia que se esconde detrás de este macabro descubrimiento?

Weitere Informationen: