Fotoarchiv des Spanischen Bürgerkriegs: Archivo Rojo

Brigadas Internacionales - Madrid
Foto: Archivo Rojo, Ministerio de Cultura. Brigadas Internacionales – Madrid

Das Spanische Kulturministerium stellt im Rahmen des Projektes Pares (Portal de Archivos Españoles) digitale Archive zur Geschichte und Kultur Spaniens ins Netz. In diesem Monat neu hinzugekommen ist das Archivo Rojo, welches das Ministerio de Cultura mit folgenden Worten auf der Startseite des umfangreichen Bildarchivs vorstellt:

Este valioso conjunto fotográfico, fue creado por la Junta de Defensa de Madrid como Fondo propagandístico para denunciar los desastres de la Guerra Civil. Posteriormente, fue ocultado y utilizado por el otro bando como instrumento de represión de las ideas políticas. Hoy, sus imágenes, nos acercan más a los actos encaminados para el recuerdo y homenaje de las víctimas de los bandos en guerra y para que la sociedad actual reafirme los lazos de convivencia política y social recogidos en el espíritu de la Constitución de 1978.

Beispiel für eine Detailseite des Archivo Rojo
Beispiel für eine Detailseite des Archivo Rojo:
El famoso médico alemán „Papa Fraenkel“

Das Archivo Rojo verfügt über mehr als 6.000 Fotographien aus dem Spanischen Bürgerkrieg. Der historische Bildbestand lässt sich durch eine Einteilung nach Kategorien und Orten (Madrid, Valencia) erschließen oder er kann nach Stichworten durchsucht werden. Jedes Bild kann vergrößert betrachtet werden und ist mit Detailangaben zu den Aufnahmen versehen, soweit diese bekannt sind. Gute Idee: Jede Fotoseite führt auch zu einem Formular (»Aportar información sobre la fotografía«), über welches die Besucher Informationen zu den Bildern beitragen können.

Vor einem unbedarften Blick in das Archiv sei jedoch gewarnt, manche Fotos schockieren durch ihre teilweise grausamen Inhalte.

[Update 3.7.08:] Passend zum hier vorgestellten Fotoarchiv berichtet politik-digital.de heute über die Digitale Erinnerung an den spanischen Bürgerkrieg:

60 Jahre hat es gedauert, bis sich Spanien an die republikanischen Opfer des Bürgerkriegs (1936-39) erinnern wollte und erinnern durfte. Heute sind es vor allem gut vernetzte Angehörigen-Verbände, die via Internet das öffentliche Bewusstsein prägen und politische Forderungen stellen.

[Ende Update]

[via Mangas Verdes]

Cotta-Preis für Hartmut Köhlers Criticón-Übersetzung

Titel 'El Criticón - Primera Parte'
Quelle: Wikipedia

Wieder einmal eine erfreuliche Nachricht aus dem Bereich der Übersetzerpreise für die Übertragung von Werken aus der Hispania ins Deutsche: Wie schon bei der Auszeichung von Fritz Vogelgsang auf der Leipziger Buchmesse (für seine Übersetzung des Tirant lo Blanc von Joanot Martorell): In dieser Woche wurde der Übersetzer und Romanist Prof. Dr. Hartmut Hartmut Köhler (Uni Trier) mit dem „Johann Friedrich von Cotta-Übersetzerpreis 2008“ ausgezeichnet. Die Jury ehrt damit im Besonderen seine Verdienste für die Übertragung von Baltasar Graciáns „Criticón“. Die Stadt Stuttgart schreibt anlässlich der Preisverleihung in dieser Woche:

Hartmut Köhler habe bedeutende Übersetzungen aus dem Französischen, Italienischen und Spanischen verfasst, betonte die Jury. Sie würdigte vor allem Köhlers 2001 im Ammann Verlag veröffentlichte imposante Übertragung des monumentalen spanischen Barockromans „Criticón“ von Baltasar Gracián. „Es ist ihm mit hoher Kunstfertigkeit gelungen, dieses wichtige Werk, an dem sich schon manche Übersetzer, unter anderem Schopenhauer, versucht haben, den Lesern in großer Frische und Unterhaltsamkeit vorzustellen, ohne die Komplexität und die Ferne des Textes und die Fülle seiner Schwierigkeiten zu verdecken.“

„Cotta-Preis für Hartmut Köhlers Criticón-Übersetzung“ weiterlesen

2x Spanische Presse: ‚La buena prensa‘ und Público.es

Dieser Artikel wartet mit zwei Hinweisen zum Thema Zeitung in Spanien auf:

La buena prensa Das journalistische Blog «La buena prensa» stellt in regelmäßiger Folge Meldungen verschiedener (meist) spanischer Zeitungen vor. Viele Leserinnen und Leser des ciberaBlogs haben es bereits in unserer Blogroll (siehe Blogs hispanos in der rechten Spalte) entdeckt. In ihrer Selbstbeschreibung (»Ya estamos aquí«) verlautbaren die Autoren (nicht ganz ironiefrei, jedoch den Kern der Sache treffend):

Por eso, La buena prensa nace para centrarse en la excelencia —en la planificación, en la información, en el aspecto visual, en la titulación…—. Una excelencia que, quitando algún destello o algún „¿has visto qué gran reportaje publica hoy tal periódico?“, apenas tiene “salida” en el „mercado“.

»La buena prensa« macht seinem Namen alle Ehre und stellt positive Pressebeispiele vor. Positiv in der Art der Aufmachung, in der journalistischen Herangehensweise, oft verdeutlicht in der Gegenüberstellung unterschiedlicher Periodika. In dieser Woche wurde angekündigt , dass es eine Serie zum Thema Illustrationen in der Presse geben wird, »Ilustrando la información«:

Es muy interesante comprobar cómo cada vez con más frecuencia las ilustraciones ganan terreno en la prensa. Si en las dos últimas décadas (80 y 90) la fotografía era la reina de la información gráfica, desde hace un tiempo muchos diarios vuelven a explotar la capacidad informativa del dibujo. Ciertamente, ilustración en prensa es casi tan vieja como el periodismo. […] Con este post queremos abrir un serial dedicado a comentar buenos ejemplos de buenas ilustraciones en prensa.

Ilustraciones 'La buena prensa' Die schon in der Einführung genannten Beispiele und der Verweis auf das höchst lesenswerte Blog des spanischen Grafikers Gabi Campanario, lassen eine Fortsetzung der bislang zu konstatierenden erstklassigen Qualität der Presseanalysen erwarten.

Wenn Sie sich weiter über Quellen zum Zeitungssektor in der spanisch- und portugiesischsprachigen Welt informieren möchten, können Sie dies natürlich auch in cibera tun. Etwa durch eine Abfrage der dort verzeichneten Internetquellen mit dem Schlagwort »Zeitung«cibera. Und damit komme ich auch zum zweiten die spanische Presse betreffenden Hinweis dieses Artikels:

Público.es Gerade heute habe ich eine neue Zeitung in der Datenbank Iberolinks von cibera aufgenommencibera, die ich seit ihrer Gründung im September letzten Jahres beobachtet habe: Público.es. Im politischen Spektrum ist die zum Konzern Mediapro gehörende Zeitung als eher links bzw. progressiv einzuordnen. Sie erscheint in einer Auflage von 250.000 Exemplaren, und zusätzlich in einer Online-Version, wo sie positiv durch die Einbindung von Social-Web-Elementen auffällt (etwa durch kommentierbare Artikel, Multimediaeinbindung, Verweise auf Blogs). Kein Wunder, ist doch ihr erster Direktor der in Spanien angesehene Journalist und Blogger Ignacio Escolar (s. auch Wikipedia-Artikel). Vielleicht schauen Sie sich die Zeitung ja einmal an: Público.es. Die einzelnen Sektionen sind natürlich auch per Feed abonnierbar. Dies ist zum Beispiel der RSS-Feed des Kulturteiles: publico.es/rss?seccion=culturas1.

  1. Sie finden die jeweilige RSS-Feedadresse durch Klick auf das orangene Feed-Icon, nachdem Sie die entsprechende Rubrik (Ciencias, Culturas etc.) im Menü ausgewählt haben. []

Anatol Stefanowitsch: Reform der portugiesischen Orthographie

Vorbemerkung: In der noch im Wachstum begriffenen wissenschaftlichen Blogosphäre gibt es kontinuierlich lesenswerte Artikel zu entdecken. Das ist für alle, die sich mit diesem neuen Veröffentlichungsumfeld beschäftigen, keine Neuigkeit mehr. Andere näheren sich diesem Gebiet mit einer gewissen Skepsis, was ja auch verständlich und im freien – meist ohne editoriale Instanzen auskommenden – Netz durchaus angebracht ist. Mit dem ciberaBlog wollen wir aber unter anderem den Beweis antreten, dass es eben sehr wohl lesens- und beachtenswerte wissenschaftliche Texte bzw. gute Hinweise auf wissenschaftliche Themen im Internet gibt. Der Blogartikel des Bremer Linguisten und Juniorprofessors Anatol Stefanowitsch ist so einer.

Weltkarte der portugiesischen Sprache
Bildnachweis: Die portugiesischsprachige Welt (Quelle: Wikipedia)

Im Bremer Sprachblog widmet sich Anatol Stefanowitsch der umstrittenen Reform der portugiesischen Orthographie:

Die Reform, auf die sich Portugal mit sieben weiteren portugiesischsprachigen Ländern (nämlich Brasilien, Angola, Mosambik, Osttimor, den Kapverden, Guinea-Bissau und São Tomé e Príncipe verständigt hat), ist die bislang letzte in einer langen Reihe von manchmal mehr, aber meistens weniger gut koordinierten Reformen, die Portugal und Brasilien seit 1911 an ihren jeweiligen Orthografien durchgeführt haben (die englischsprachige Wikipedia hat einen eigenen Eintrag zu diesen Reformen).

Sehr schön bringt er die Fehlinterpretationen in der englischsprachigen Presse auf den Punkt und nennt zum Abschluss die lesenswerte Alternative zu den anglo-amerikanischen Fehldeutungen, die Thomas Fischer in der Neuen Züricher Zeitung Ende April veröffentlicht hatte. Doch lesen Sie erst, was das »Bremer Sprachblog« zur Reform der portugiesischen Orthographie schreibt: »Care for a little linguistic necrophilia?«

Fado & Poesia in Hamburg

Luis de Camões - Foto Wikipedia »Der Fado kommt in die Bibliothek«, könnte man eine am kommenden Sonntag (25. Mai 2008, 16 Uhr) in Hamburg stattfindende Veranstaltung annoncieren. Doch nicht nur die portugiesische Musik hält Einzug in die Stabi Hamburg, nein auch die portugiesische Poesie. Vertonte Gedichte von Luís de Camões werden von bekannten Fadistas gesungen und von Regina Correia und Maralde Meyer-Minnemann vorgetragen.

[Update 21.05.08: Wie wir soeben von den Veranstaltern erfahren haben, wird die Musikbegleitung nicht live sondern durch Einspielen von Tonträgern erfolgen.]

Wie man sich eine Vertonung von Camões-Gedichten vorstellen kann, zeigt zum Beispiel auch die Interpretation der jungen portugiesischen Fado-Sängerin Ana Moura:


Direktlink YouTube

Diese Poesie in der Fado-Umsetzung live im Vortragsraum der Stabi Hamburg erleben zu können, sollten sich die an portugiesischer Kultur Interessierten in und um Hamburg am Sonntag, den 25. Mai, 16:00 Uhr nicht entgehen lassen. Der Eintritt ist frei. Ihr Kommen sicher nicht umsonst.

Eine Veranstaltung des Centro de Língua Portuguesa (Instituto Camões), der Portugiesisch-Hanseatischen Gesellschaft e.V. und des Grupo Dinamizador da Cultura Portuguesa em Hamburgo.

Fado-Site mit Informationen zu dieser portugiesischen Musik Weitere inhaltliche Informationen, wie zum Beispiel den Verweis auf eine zweisprachige Fado-Site (portugiesich/englisch; siehe Abbildung rechts), finden Sie auch in cibera cibera:
– zu Fado
– zu Luís de Camões

[via Stabi-Blog]

Broschüre der Spanischen Botschaft: ‚Spanien Kultur‘

Spanien Kultur 02 /2008 - Modell des Kongresszentrums Expo 2008 in Zaragoza Unter dem Titel »Spanien Kultur« informiert die Kulturabteilung der Spanischen Botschaft in Berlin seit Jahren die an der Kultur Spaniens interessierte Öffentlichkeit über entsprechende Veranstaltungen in Deutschland. Alle vier Monate erscheint das postkartengroße Kulturbulletin mit einem Überblick über das weit gefächerte spanische Kulturprogramm.

Editorial von 'Spanien Kultur'

Ausstellungen, Lesungen, Konzerte und Theateraufführungen quer durch die Republik werden vorgestellt. In diesen Tagen ist die neueste Ausgabe (Mai-August ’08) erschienen. Dort wird u.a. hingewiesen auf die Berliner Ausstellung über die beiden Architekten des Kongresszentrums der Weltausstellung in Zaragoza 2008, Nieto und Sabejano, (25.4.-30.5.08, Info), auf Spanisches Kino in Regensburg, Dresden und Emden, und auf die Lesung mit Juan Goytisolo an der Freien Universität Berlin (22.5.08, Info), um nur einige zu nennen.

Reichhaltiges Kulturprogramm im handlichen Format

Wenn Sie in den Verteiler dieser praktischen Veranstaltungsübersicht aufgenommen werden möchten, schreiben Sie eine kurze E-Mail an die Kulturabteilung der Spanischen Botschaft (Kultur -at- spanischebotschaft.de1) und übermitteln Sie Ihre Anschrift. An die gleiche Adresse können Sie der Spanischen Botschaft auch Beiträge zur Spanischen Kultur melden.

Den vergangenen Kulturkalender (Januar – April) kann man übrigens komplett als PDF (3,4 MB) auf dieser Site der Kulturabteilung der Botschaft auf seinen Rechner laden, ich vermute, dass der aktuelle (Mai – August) in den nächsten Tagen dort ebenfalls zu finden sein wird.

  1. Spamschutz: -at- bitte durch @ ersetzen []

Picassos Guernica in 3D


Direktlink YouTube

Pablo Picassos unvergleichliches Bild Guernica wird in diesem digitalen Kunstprojekt um eine dritte Dimension erweitert. Beeindruckend und verstörend zugleich.

Die Künstlerin Lena Gieseke über ihr Projekt:

My primary intention for the project was to create a provoking and deep contemplation of Pablo Picasso’s Guernica. Is my model a true reconstruction of the Picasso’s painting, or is it merely a rough re-visualization? Is it still Picasso’s art or has it, through my addition of third dimension, become something completely different? It is not my place to answer those questions nor to determine the relationship between my three-dimensional reproduction and the original painting.

Informationen zu Guernica in cibera cibera.

[via ALT1040]

Bürgerzeitung ‚Noticias Latinoamérica‘

Noticias LA Morgen startet mit »Noticias Latinoamérica« ein ambitioniertes lateinamerikanisches Projekt einer sogenannten Bürgerzeitung. Transnational mit zunächst argentinischer, chilenischer und bolivianischer Beteiligung wird auf NoticiasLa.com eine kollaborativ erstellte Nachrichtenquelle entstehen, die es sicherlich wert ist, betrachtet zu werden.

Etwa so wird das Portal aussehen - Screenshot NoticiasLa von Sebastian Molina Der stets gut informierte spanische Journalist Pau Llop gerät – auch weil er einen großen Teil der Organisatoren des Projektes kennt – regelrecht ins Schwärmen und berichtet über den anstehenden Start von NoticiasLA in seinem Blog e-contenidos: »Este martes nace un sueño: Noticias Latinoamérica«:

El próximo martes 6 de mayo nace NoticiasLa.com, un periódico ciudadano panlatinoamericano. Las voces ciudadanas de varios países (por ahora, Argentina, Chile y Bolivia) unidas en un periódico que es en su misma idea un hermoso sueño hecho realidad.

Zwei weitere Vorberichte von Mitbegründern des Projektes:
Sebastián Lorenzo (Argent.): »NOTICIASLA.com, sin temor a experimentar…«
Sebastián Molina (Bolivien): »A pocos días«