NFDI/Text+: Aufruf zur Meldung von Erfahrungen, Bedarfen und Ressourcen bis zum 16. August

Was wünschen sich Romanistinnen und Romanisten von einem Infrastrukturangebot speziell für Editionen, digitale Sammlungen und lexikalische Ressourcen? Das geisteswissenschaftliche Konsortium Text+ bittet um Ihre persönlichen Erfahrungsberichte, mit denen Sie die Zukunft mitgestalten können.

Abb. 1: Für Romanist*innen besonders wichtig – das Konsortium Text+

Text+ ist eines von vielen möglichen Konsortien, die über die nächsten zehn Jahre gemeinsam die „Nationale Forschungsdateninfrastruktur“ (NFDI) aufbauen werden, eine mit umfangreichen Fördermitteln von Bund und Ländern getragene Initiative. Bis zu 30 stark vernetzte Konsortien sollen gebildet werden, um gemeinsam die gesamte Fachwissenschaft Deutschlands abzudecken. Die NFDI zielt darauf ab, einerseits Forschungsdaten zu erschließen, die aktuell noch verstreut abgelegt und häufig de facto unsichtbar sind, sie nachhaltig zu sichern und bereitzustellen, und andererseits übergreifende Standards für den Umgang mit diesen Daten zu etablieren, um die wissenschaftliche Kooperation zu fördern.

Abb. 2: Die geisteswissenschaftlichen Konsortien der NFDI

Die Geisteswissenschaften sollen dabei von insgesamt vier kollaborativ aufgestellten Konsortien vertreten werden: NFDI4Culture, NDFI4Memory, NFDI4Objects und eben Text+, welches seinen Schwerpunkt auf text- und sprachbasierte Forschungsgegenstände legt. Das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, die Deutsche Nationalbibliothek, die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste sowie die Georg-August-Universität Göttingen sind die zentralen Antragsteller, um die sich zahlreiche Institutionen, Verbände und Gesellschaften aus den Geisteswissenschaften scharen (Links: Antragstellende | Beteiligte | Unterstützende).
Neben den anderen Philologien deckt Text+ auch die Romanistik ab, wobei die romanistischen Fachverbände sich bereits im Konsortium engagieren, um die Perspektive und die Belange unseres Fachs einzubringen.

Ein ganz wichtiger Aspekt der NFDI ist ihr wissenschaftsgeleiteter Charakter, weshalb die Beteiligung der Nutzenden bei der inhaltlichen Ausrichtung der Konsortien eine grundlegende Voraussetzung für deren Erfolg darstellt.

Nun sind ganz ausdrücklich alle fachlich betroffenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eingeladen, dem Konsortium direkt mitzuteilen, wo sich in ihrer eigenen Forschungsarbeit Hürden im Umgang mit Daten ergeben oder ergeben haben, bei deren Bewältigung Text+ unterstützen könnte. Lösungsvorschläge und Innovationsimpulse sind ebenso willkommen. Diese persönlichen Berichte, als „User Stories“ bezeichnet, werden die Richtung mitbestimmen, in die sich die Dienstleistungen für die text- und sprachbasierte Geisteswissenschaft entwickeln werden, daher ist das Konsortium auf die aktive Mitwirkung aus der Fachgemeinschaft angewiesen. Auf der Webseite von Text+ stehen Leitfäden bereit, die bei der Erstellung der persönlichen Berichte helfen und Hinweise geben, welche Aspekte in der Darstellung besonders hervorgehoben werden sollten. Die entstandenen Texte sollen teilweise (auf Wunsch auch anonym) veröffentlicht werden und fließen in den aktuellen Förderantrag ein, der im September eingereicht wird.

Eine weitere Möglichkeit der Mitwirkung besteht darin, der Initiative Text+ eigene Angebote an Forschungsdaten sowie Forschungsfragen und -aufgaben in den Bereichen Editionen, Sprachressourcen und Wörterbücher sowie Sammlungen zu signalisieren. Dies soll dazu beitragen, zum einen den gesamten Facettenreichtum dieser Gebiete einzubeziehen und zum anderen die technischen Anforderungen an eine Infrastruktur an den konkreten Gegebenheiten auszurichten. Gerade ein Fach wie die Romanistik, in dem potenziell fremd- oder mehrsprachige Forschungsdaten aus den unterschiedlichsten Disziplinen und in den unterschiedlichsten Formaten entstehen können, ist hier besonders berufen, auf diese Vielfalt aufmerksam zu machen. Melden können Sie Ihren Beitrag über ein Formular, das Text+ auf seinen Seiten anbietet.

Sowohl die Einreichung von „User stories“ als auch die Meldung von Forschungsdaten bieten die Möglichkeit, die Belange der Romanistik in ein Projekt von enormer Tragweite einzubringen, das perspektivisch in den nächsten zehn Jahren die Forschungsdatenlandschaft in Deutschland wesentlich prägen wird und als Schnittstelle zu entsprechenden europäischen Initiativen wie der European Open Science Cloud (EOSC) fungieren soll.

Im Kontext der aktuellen Antragsphase bittet das Konsortium um Ihre Beiträge bis zum 16. August 2020.

 

Anmerkung: In der strukturierten Vorlage für Ihren Erfahrungsbericht wird darum gebeten, das zutreffende Fachgebiet nach DFG-Systematik anzugeben. Für die Romanistik sind das 104-02 (Einzelsprachwissenschaften) und 105-03  (Europäische und Amerikanische Literaturen).

Abb. 3: Die geisteswissenschaftlichen Konsortien und ihre Communities

Links:

 

Bildnachweise:
Abb 1.: Webseite text-plus.org
Abb. 2 & 3 aus Philipp von Rummel. (2020, July). Vortragsfolien „NFDI4Objects – Research Data Infrastructure for the Material Remains of Human History“. Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.3947812, Folie 2 (CC-BY 4.0)

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