Álvaro Pons empfiehlt zehn aktuelle spanische Graphic Novels

Álvaro Pons

Der promovierte Physiker und Comic-Experte Álvaro Pons 1 aus Barcelona hat zur Buchmesse – passend zum diesjährigen Gastland Spanien und dem Motto der sprühenden Kreativität – unter dem Titel La efervescencia del comic español zehn aktuelle spanische Comics vorgestellt. In dem sehenswerten und kurzweiligen Video stellt er in weniger als zehn Minuten heraus, was die empfohlenen Titel im Einzelnen ausmacht. Wer für eine didaktische Einheit zu aktuellen spanischen Comics in Lehre oder Schule eine Auswahl braucht, wird hier gut beraten:
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  1. Álvaro Pons es director del Aula de Còmic de la Universitat de València y de la Cátedra de Estudios del Cómic Fundación SM-UV, y responsable del Máster de Cómic y Educación de la Universitat de València. Quelle: https://graffica.info/author/alvaropons/ []

Die Feminizide von Ciudad Júarez, Roberto Bolaño und das kollektive Gedächtnis

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„Muertas que no asustaban a nadie.“

Streetart-Portrait Bolaño

2666 – Der letzte Roman (2004) des Jahrhundert-Schriftstellers Roberto Bolaño mag für den zartbesaiteten Lesenden bisweilen verstörend wirken. Im vierten und zentralen Teil des 1300 Seiten-starken Werkes wird die Erzählung bis zu 150-mal durch detaillierte Schilderungen der Körper ermordeter Frauen unterbrochen. Ganz im Stile eines forensischen Berichtes schildert der (auktoriale) Erzähler, welche Verletzungen am Körper zu finden sind oder auf welche Art sie vergewaltigt wurden. Die brutale, genaue Art der Beschreibung sowie die schiere Anzahl dieser Berichte erzeugen bei den Lesenden ein Gefühl der Beklommenheit, dass in der Fachliteratur u.a. mit „abismo temporal“ (Dés 2002: 197), im Sinne eines gegenwärtigen Abgrundes beschrieben wird. Vor diesem paradigmatischen Abgrund aus Gewalt und permanentem Scheitern stehen nicht nur die Figuren in Bolaños Werken, in diesen Abgrund der Menschlichkeit blicken auch die Lesenden bei der Lektüre zahlreicher Stellen wie dieser:
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