apropos – Die 6. Ausgabe ist online

Titelblatt apropos Juli 2021
Titelblatt apropos Juli 2021

Seit dem 21. Juli ist die jüngste Ausgabe des Open-Access-Journals Apropos [Perspektiven auf die Romania] veröffentlicht und frei zugänglich. Die junge Fachzeitschrift wird von Wissenschaftler*innen der Romanistik an der Universität Rostock herausgegeben und möchte „die verschiedensten Facetten der Romania aus einer fachübergreifenden, Disziplinen vereinenden und kulturwissenschaftlichen Perspektive“ betrachten. Der Austausch zwischen etablierten und jungen Wissenschaftler*innen soll gefördert und auch studentischen Beiträgen die Möglichkeit zur Veröffentlichung gegeben werden.

Premiers travaux

In der 2. Varia- und 6. Ausgabe von Apropos, gelang es den Herausgeber*innen die Rubriken „Premiers travaux“ und „Werkstatt“ besonders zu betonen: So fragt Nikoletta Babynets (Universität Mannheim), ob Nathalie Sarrautes erster Roman Portrait d’un Inconnu (1948) als Satire oder als Weiterentwicklung des Kriminalromans im Kontext des Nouveau Roman verstanden werden kann (2021: 133-152). Die umfängliche Analyse Babynets kommentiert im Nachgang Stephanie Neu-Wendel, Juniorprofessorin in der Abteilung Romanische Literatur- und Medienwissenschaft (Französisch/Italienisch) ebenfalls an der Universität Mannheim (2021: 153). Auch eine Untersuchung aus dem Bereich der Linguistik liegt von studentischer Seite vor: Der Aufsatz von Hans Baumann (Eberhard Karls Universität Tübingen) „untersucht die Verwendung der beiden Temporal­adverbien ‚astheure‘ und ‚maintenant‘ im Französischen Nordamerikas“ (2021: 156-186).

apropos

Werkstatt

In der Rubrik „Werkstatt“ formuliert Hildegard Klöden (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt) Überlegungen zur Situation des Korsischen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft (2021: 186-199) und Jean-François Poisson-Gueffier (Universität Paris III – Sorbonne Nouvelle) skizziert auf Französisch Zugänge zum Mittelalterbild bei Paul Claudel (2021: 211). Auf Spanisch hingegen erscheint die Transkiption eines Interviews mit dem Senegalesen Cheikh Gueye über seinen Weg von Louga (Nord-Senegal) über Spanien nach La Plata (Argentinien), wo das Interview am 10. April 2019 stattfand (Minerva Peinador & Julián Eduardo Henao Tapasco 2021: 234-249). Einige Seiten zuvor diskutiert Peinador (Universität Regensburg) die methodischen Schnittstellen von Oral History und Kulturwissenschaft zum Phänomen transnationaler Migration im globalen Süden am Beispiel der Lebensgeschichte eben jenes Cheikh Gueyes (2021: 212-233).

Mit dieser Rubrik versuchen die Herausgeber an ein offeneres Verständnis von Wissenschaft (Open Science) anzuschließen, wie es im Vorwort der Ausgabe heißt:

Es soll so eine Wissenschaftspraxis befördert werden, bei der Forschungsprozesse offen gelegt werden und damit für einen Dialog zugänglich sind, um so ein gemeinsames Vorantreiben von romanistischer Forschung und ihren (neuen?) Methoden zu ermöglichen. Brevi manu soll es also um die Präsentation von Forschungsansätzen gehen, die offen zugänglich geteilt und kollaborativ in einer scientific community oder im Fachdiskurs, der oft verloren geglaubt scheint, (weiter) entwickelt werden (Behrens et.al. 2021: 6f.).

Trivia

Neben den Beiträgen aus „Werkstatt“ und „Premiers travaux“ erscheinen sechs Artikel zu ganz unterschiedlichen Gegenständen und Fragestellungen der Romania, die hier aus Gründen der Übersicht einmal aufgelistet sind:

  • Álvaro Arango Vallejo:
    „Canción de tumba de Julián Herbert entre postautonomía e intertextualidad.“, S. 10-32.
  • Kristina Bedijs:
    „Le régiolecte marseillais à l’écran. MARSEILLE : Schwa et nasales dans la série (Dan Franck, 2016) et le film (Kad Merad, 2016)“, S. 33-52.
  • Bi Drombé Djandué, Koffi Yao:
    „Cantando zuglú en español. El alumnado universitario marfileño de ELE entre aculturación e inculturación“, S. 53-66.
  • Felipe Canuto Castillo:
    „Ideologías y actitudes del clero de Antequera (Oaxaca, México) hacia los indios y sus lenguas a finales de la época colonial“, S. 67-91.
  • Stephan Feldhaus:
    „Serán las madres las que digan: Basta. Dichterisches, weibliches Selbstverständnis und dissidente Mutterschaft in der Lyrik Ángela Figuera Aymerichs“, S. 92-112.
  • Martin Gärtner:
    „Admirable clarté oder clarté obscure? Der Streit um das génie de la langue française“, S. 113-132.

Rezensionen & Espace contemporain

Wie es so üblich ist, finden sich im hinteren Teil der Ausgabe zahlreiche Rezensionen zu Beiträgen aus Wissenschaft (Baudelaire; Frankophonie) und Literatur (Jonathan Jakubowicz).
Die Zeitschrift schließt mit der Rubrik „Espace contemporain“ (2021: 289), in welcher die eben zeitgenössische Fotokünstlerin und promovierende Geisteswissenschaftlerin Diana Coca (Universidad Pompeu Fabra de Barcelona) eigene Werke vorstellt und ihre Arbeitsweise theoretisch begleitet. Die drei Artikel hierzu sind sowohl auf Spanisch als auch in englischer Sprache zu lesen. Ihr Werk TIJUANA48 & TIJUANA1 aus der Serie Where is Diana? (2014) ziert das Cover der Ausgabe.

Die Zeitschrift wird unter Vermittlung des FID Romanistik von der Hamburg University Press an der SUB Hamburg gehostet. Über Startausgabe, Zielsetzung und Zusammenarbeit hatten wir an dieser Stelle bereits berichtet.

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