Ein romanistischer Blick auf Angstkultur und auf die Corona-Pandemie

Was haben Romanist*innen über Corona zu sagen? Viel. Denn als transnationales Phänomen berührt die Pandemie kulturelle Unterschiede und bietet sich für eine übergreifende kulturwissenschafliche Betrachtung an – etwa in Bezug auf Angst. Dass sich Angst kulturell unterschiedlich ausprägt, ist ein Ausgangspunkt des Projekts Anxiety Culture, das seit 2015 unter der Leitung des Romanisten Ulrich Hoinkes an der Universität Kiel unter internationalen Kooperationen wie mit dem Teachers College der Columbia University durchgeführt wird.

Eine kulturell divergierende Ausprägung von Angst zeigt sich neben den bisher fokussierten Themenbereichen Terrorismus, Migration und Klima nun auch massiv im Bereich Gesundheitswesen. Auch die Angstfokussierung in der Coronakrise ist divers, so die These von Ulrich Hoinkes in seinem Vortrag „Anxiety Cultures – Angstkultur als Pardigmenwechsel“ (am 4.6.2020 im Rahmen der Ringvorlesung Wissenschaft und alternative Fakten):

Innerhalb der interdisziplinäres Konzeption des Projekts verfolgt Hoinkes selbst die Perspektiven der linguistischen Diskursanalyse, der empirischen Bildungsforschung und  philologischen Kulturwissenschaft. Dabei beobachtet Hoinkes auch divergierende Bewältigungsstrategien bereits zu einem frühen Zeitpunkt der Corona-Pandemie Ende März 2020:

„Wir erleben gerade in anderen Staaten wie Frankreich eine zunehmende Militärsprache. Das ist furchtbar. Denken wir beispielsweise an Macrons „Wir sind im Krieg“ oder gucken wir nach Spanien, wo bei Ansprachen des Regierungschefs Generäle aufmarschieren.“ (Norddeutsche Rundschau)

Eine allgemeine Präsentation des Projekts bietet folgender Clip:

Weitere Informationen sind über die Projektwebsite zugänglich: http://anxiety-culture.net

Über Neuigkeiten im Projekt sowie über entsprechende Medienberichte wird auch getwittert (@anxiety_culture).

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