Der Träumer wird 100: Federico Fellini 1920 – 2020.

Logo Fellini 100Heute, am 20. Januar 2020, jährt sich der Geburtstag eines der größten und bekanntesten Kinoautoren Italiens zum 100. Mal. Ihm zu Ehren werden Ausstellungen, Filmvorführungen, Konzerte und Tagungen organisiert, die auf sein Werden und Schaffen blicken.

Auf der Suche nach dem Glück verlässt der junge Fellini Ende der dreißiger Jahre seine Heimat in der Provinz und begibt sich nach Rom. Dort arbeitet er zunächst als Journalist und Karikaturist, idealen Feldern für seine Beobachtungsgabe. Er nimmt einen kurzen Umweg über das Radio, wo er seine Partnerin, Muse und spätere Ehefrau kennenlernt, die Schauspielerin Giulietta Masina. Dann landet er beim Kino. Der Geschichtenerzähler in ihm arbeitet an Drehbüchern mit, nicht zuletzt leiht er Roberto Rossellini seine Worte, einem der Meister des Neorealismo. Fellini ist beteiligt an Roma città aperta und Paisà, zwei Meilensteinen des italienischen Nachkriegskinos, das ihn nicht mehr loslassen sollte.

Federico Fellini in einer Karikatur von Rulo.
Abbildung: Der karikierte Karikaturist. Quelle: Rulo [CC BY-SA]
Bereits mit seinem ersten ganz eigenen Film, Lo sceicco bianco (1952), etabliert er seinen prägenden Blick für das Skurrile, für Außenseiter, für den traumartigen Schleier vor der Wirklichkeit – für den unverwechselbaren Stil, der gerne unter dem Begriff „Fellinesk“ gefasst wird. La strada (1954), sein dritter Film, bringt ihm den internationalen Erfolg, versinnbildlicht im Oscar für den besten ausländischen Film, 1957.

Sein vielleicht berühmtestes Werk bleibt jedoch La dolce vita von 1960, Fellinis episodische Saga irgendwo zwischen Hymne und Abgesang auf Rom und seine Bewohner. Eingebrannt ins kollektive Bewusstsein sind Anita Ekberg und Marcello Mastroianni im nächtlichen Trevi-Brunnen, der schamlose Sensationsfotograf Paparazzo und nicht zuletzt die oft übersehene Ironie des Titels, der Eisdielen in aller Welt ziert.

Fellini gewidmete Tafel in der Via Veneto, Rom
Abbildung: Auf Fellinis Spuren in Rom. Quelle: deglispiriti [CC BY-NC-ND 2.0]
Weitere Meisterleistungen – darunter 8 ½, sein visionärer Film übers Filmemachen von 1963, und Amarcord (1973), gemeinsam mit den müßiggehenden Vitelloni von 1953 eine Hommage an seine Heimat Rimini – besiegeln Fellinis Ruhm und werden zu Wegmarken in Richtung des Oscars für sein Lebenswerk, den er im März 1993 verliehen und von Mastroianni und Sophia Loren überreicht bekommt. In seiner Rede dankt der Mann mit der zarten Stimme vor allem seiner Frau, die in zahlreichen seiner Filme mit ihren unvergesslichen Rollen kräftig an seinem Mythos mitgebaut hat: „Thank you, dearest Giulietta, and please, stop crying.“ Ein halbes Jahr später, im Oktober 1993, stirbt Federico Fellini im Alter von 73 Jahren.

Screenshot der Website Fellini100.beniculturali.it
Abbildung: Die Website fellini100.beniculturali.it verzeichnet das facettenreichen Programm.

Unter dem Titel Fellini 100 richtet Italien – in Gestalt der Fondazione Federico Fellini, des Ministero dei beni e delle attività culturali und weiterer namhafter Partner – eine ganze Reihe von Feierlichkeiten aus, um den hundertsten Geburtstag des großen Träumers zu feiern.

Poster der für Fellinis 100. Geburtstag restaurierten Filme
Abbildung: Die fünf restaurierten Filme.

Und wie feiert man einen Meister des Kinos am besten? Natürlich mit seinen Filmen: Unter anderem sind seit dem 13. Januar in den italienischen Kinos fünf Klassiker des Maestro zu sehen, die von der Cineteca di Bologna aufwändig restauriert wurden: Lo sceicco bianco (Die bittere Liebe/Der weiße Scheich), I vitelloni (Die Müßiggänger), La dolce vita (Das süße Leben), 8 1/2 (Achteinhalb) und Amarcord.

Das vollständige Programm der Aktivitäten findet sich auf der Webseite fellini100.beniculturali.it.

Empfehlenswert sind auch die Seiten der Fondazione Federico Fellini unter: www.federicofellini.it.

 

Übrige Bildquellen: federico100.beniculturali.it

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