In den Blättern für deutsche und internationale Politik analysiert die Journalistin Julia Macher Spaniens aktuellen migrationspolitischen Sonderweg: Ein Dekret der Linkskoalition aus PSOE und Sumar ermöglicht zwischen 500.000 und 800.000 irregulär im Land lebenden Menschen die Legalisierung ihres Aufenthaltsstatus – eine Maßnahme, die von der Katholischen Kirche über Gewerkschaften bis zu landwirtschaftlichen Arbeitgeberverbänden breit begrüßt wurde.
Macher zeigt, dass hinter dieser Entscheidung weniger moralische Überzeugungen als wirtschaftliche Vernunft stecken: Spanien verzeichnet mit 2,8 Prozent eines der höchsten Wachstumsraten in der EU, und Migrant:innen füllen 90 Prozent der neu geschaffenen Stellen. Die Banco de España hat errechnet, dass das Land bis 2053 über 24 Millionen Zuwandernde benötigt, um das Rentensystem zu stabilisieren.
Der Beitrag beleuchtet zudem die historische Kontinuität solcher Regularisierungen in Spanien sowie den – bisher auf das rechte Spektrum beschränkten – politischen Widerstand. Ein lesenswerter Beitrag für alle, die sich für Migrationsdebatten im hispanophonen Raum interessieren.
→ Julia Macher: Papiere statt Abschiebung: Spanien und die Migration, in: *Blätter für deutsche und internationale Politik* 3/2026, S. 33–36.