Escritores en la BNE – Das Autor*innen-Portal der Biblioteca Nacional

Die spanische Nationalbibliothek stellt seit 2017 einige herausragende Schriftsteller*innen der spanischen Literatur in einem eigenen Portal vor: Escritores en la BNE bietet unteranderem Kurzbiografien von mittlerweile über 250 Autorinnen und Autoren, aber auch direkten Zugang zu digitalisierten Werken. Ein Zeitstrahl gibt Auskunft über wichtige Stationen und Abschnitte im Leben der jeweiligen Literat*innen.


Das vom spanischen Ministerium für Kultur und Sport geförderte Projekt startete vor vier Jahren mit knapp 40 Beiträgen und erweitert das Angebot seither stetig. Die Expert*innen des Servicio de Información Biliográfica der Nationalbibliotheken erarbeiteten unter anderem Kurzbiografien (‚semblanzas‘) zu sehr bekannten Namen wie Emilia Pardo Bazán (1851-1921), Antonio Machado (1875-1939) oder der deutsch-spanisch-irischen Schriftstellerin Cecilia Francisca Josefa Böhl de Faber, die unter dem männlichen Pseudonym die Fernán Caballero den spanischen Romanticismo mitbeeinflusste. Ihre Jugend verbrachte sie übrigens in Hamburg-Altona (Wiki).

Screenshot: Böhl de Faber / BNEEin besonderes Augenmerk des Portals liegt auch auf der Vorstellung von Autor*innen, die erst kürzlich in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt sind, wie z. B. die Juristin Concepción Arenal Ponte (1820 – 1893), die als Vorreiterin des spanischen Feminismus und der Sozialarbeit gilt, oder Xabier Lizardi (1896-1933), der zu den bedeutendsten Dichtern der baskischen Literatur vor dem Bürgerkrieg zählt.

Frontpage: Umezurtz olerkiak (Lzardi 1934)
Umezurtz olerkiak (Lzardi 1934)

Zu jedem Eintrag werden auf der Webseite weitere Autor*innen angeführt, die mit dem Haupteintrag in Verbindung stehen und weiterführende Sekundärliteratur empfohlen. Unter Temáticas Relacionadas werden verwandte Themen aufgelistet. Zum Beispiel sind unter Escritores fallecidos en 1936 alle Autor*innen aufgeführt, die in dem Schicksalsjahr 1936 umkamen:

En el crispado clima internacional de los años treinta, la guerra civil española fue, entre otras cosas, una sangrienta confrontación de simbologías culturales antagónicas que preconizaba su mutua destrucción. Su estallido supuso una catástrofe cultural que dio fin a un periodo de enorme variedad y riqueza en el ámbito artístico y literario, una auténtica Edad de Plata.

Unter den Getöteten finden sich auch Artikel zu Federico García Lorca (1898-1936) oder José Antonio Primo de Rivera (1903-1936).

Retrato Lorca
Retrato Lorca
Retrato José Antonio Primo de Rivera
Retrato José Antonio Primo de Rivera

Dazu verlinkt ist eine historische Einordnung des berühmten spanischen Literaturhistorikers José Carlos Mainer mit dem Titel „1936: Historia literaria de un año“, die als PDF abrufbar ist.

Durch die angegebenen Hinweise zur Sekundärliteratur lädt das Portal nicht nur zum Zeitvertreib für literarisch Interessierte ein, sondern bietet auch eine Anlaufstelle für die wissenschaftliche Arbeit. Besonders der Zugang zu digitalisierten (und durchsuchbaren) Erstausgaben könnte für Wissenschaftler*innen von Bedeutung sein.

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