Asta AI: Neues KI-Tool für die akademische Recherche

Lluís Codina1Lluís Codina lehrt als Professor für Dokumentation und Informationssysteme an der Universitat Pompeu Fabra (Barcelona) stellt auf seinem Blog das KI-System Asta AI vor, entwickelt vom Allen Institute for Artificial Intelligence (bekannt für den Suchdienst Semantic Scholar): Asta AI: asistente de inteligencia artificial para investigación académica [guía de uso].

Asta versteht sich als Forschungsassistent, der wissenschaftliche Literatur durchsucht und datenbasiert Wissen erschließt und dies mit drei Kernfunktionen:

  1. Konzepte und Methoden verstehen,
  2. konkrete Fragen beantworten und
  3. Forschungslandschaften überblicken.

Bewusst vermeidet Asta den Begriff „Literaturreview“, da die generierten Evidenzsynthesen diesem Anspruch nicht vollständig genügen.

Im Modus „Generate a report“ durchsucht Asta über 108 Millionen Abstracts und 12 Millionen Volltexte aus Semantic Scholar und erstellt binnen weniger Minuten strukturierte Berichte mit Themenclustern, Vergleichstabellen und Handlungsempfehlungen – exportierbar als PDF, inklusive Literaturverwaltung im BibTeX-Format. Für die Suche kombiniert das System verschiedene KI-Modelle: Gemini für die Recherche, Claude für die Berichterstellung und GPT für die Datenanalyse.

Positiv hebt Codina in seiner bewußt kritisch formulierten Gebrauchsanweisung die Transparenz hervor: Asta benennt offen seine Limitationen und mahnt zur Überprüfung der Quellen. Kritisch bleibt allerdings die Zitationsgenauigkeit, wie eine Studie von Orduña-Malea und Lopezosa (2025)2Orduña-Malea, E., & Lopezosa, C. (2025). Unraveling the Ai2 Asta Scholarly Research Assistant Citation System. Revista Panamericana de Comunicación, 7(2), 3675. https://doi.org/10.21555/rpc.v7i2.3675 zeigt. Codinas Fazit: ein kostenloses, sehr nützliches Werkzeug für erste Orientierung in einem Forschungsfeld – aber kein Ersatz für systematische Reviews mit vollständiger menschlicher Kontrolle und Datenbanken wie Scopus oder Web of Science.

Nach dem Betrachten der anschaulichen Beispiele bei Codina habe ich das Tool mit eigenen Anfragen getestet. Bei meinem ersten Test gab es eine kuriose Antwort: Ich fragte nach „assessination García Lorca“ (weil sich das tragischer Ereignis in dieser Woche zum 90. Mal jährte), und bekam den Hinweis, dass diese Anfrage nicht den Richtlinien entspräche – offenbar wegen „assessination“ in der Anfrage:

I can’t help with this, as it may violate our responsible use guidelines. Please rephrase your message and try again.

Der Report, der in der Folge dann doch erstellt wurde, war dieser: Research on García Lorca’s Assassination and Its Memory

Research on García Lorca's Assassination and Its Memory

Der zweite Test-Report war: Spanish Cinema 2010-2025: Industry, Themes, Genres, and Representation

In beiden Fällen ist es interessant zu sehen, wie die Antworten geclustert wurden und wie zu jedem Unterpunkt natürlich auch die Quellen angegeben und verlinkt werden. Wie Codina schon schreibt: diese Tools können einen interessanten Ausgangspunkt für den Beginn einer Recherche darstellen, können die wissenschaftliche Recherche und vor allem die Einordnung der Ergebnisse aber auf keinen Fall ersetzen.

Vielleicht testen Sie da Tool unter der Adresse asta.allen.ai ja mal mit eigenen Forschungsfragen.

Zitieren Sie diesen Artikel bitte so: Markus Trapp, "Asta AI: Neues KI-Tool für die akademische Recherche", in Romanistik-Blog, 21. August 2026, https://blog.fid-romanistik.de/2026/08/21/asta-ai-neues-ki-tool-fuer-die-akademische-recherche/.
  • 1
    Lluís Codina lehrt als Professor für Dokumentation und Informationssysteme an der Universitat Pompeu Fabra (Barcelona) ↩︎
  • 2
    Orduña-Malea, E., & Lopezosa, C. (2025). Unraveling the Ai2 Asta Scholarly Research Assistant Citation System. Revista Panamericana de Comunicación, 7(2), 3675. https://doi.org/10.21555/rpc.v7i2.3675 ↩︎

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