Bildungsangebot für indigene Regionen Mexikos: Interkulturelle Universitäten

Interkulturelle Universitäten in Mexiko

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Interkulturelle Universitäten in Mexiko:
Versuch einer ersten Bilanz nach zehn Jahren

Vortrag von Gunther Dietz

Ein Bildungsangebot für indigene Regionen Mexikos, das im vergangenen Jahrzehnt ganz neu geschaffen worden ist, sind die sogenannten „interkulturellen Universitäten“. Diese neu gegründeten Hochschulen liegen in indigenen Gebieten, hängen von den regionalen Regierungen ab und bieten besondere, unkonventionelle und dem Anspruch nach regional angepasste Studiengänge an. Seit 2004 gibt es somit in den demographisch wichtigsten indigenen Regionen Mexikos universidades interculturales, in denen Bachelorabschlüsse in „dauerhafter Regionalentwicklung“, „Umweltmanagement“, „interkultureller Kommunikation“, „Sprache und Kultur“ sowie seit Kurzem auch „interkulturelle Medizin“ und „Rechtspluralismus“ erworben werden können, ohne dass die Studierenden aus ihren Regionen in die jeweiligen Hauptstädte abwandern müssen. In diesen neuen Universitäten, die allen Jugendlichen offen stehen (es gibt keine Quoten), werden verschiedene indigene Sprachen in unterschiedlichem Umfang gesprochen und geschrieben; zum Teil gibt es auch schon Abschlussarbeiten, die vollständig in einer indigenen Sprache abgefasst wurden.

Der Vortrag am 10.2.2016 in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg stellt eine dieser neuartigen Hochschulinitiativen anhand von vier prägnanten Beispielen vor.

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Universidad Veracruzana Intercultural Analysiert wird die Universidad Veracruzana Intercultural (UVI), eine 2005 innerhalb einer bestehenden Universität gegründete interkulturelle Universität, die in vier Regionen des mexikanischen Bundesstaates Veracruz einen vierjährigen Bachelor-Studiengang in Gestión Intercultural para el Desarrollo („interkulturelles Entwicklungsmanagement“) anbietet. In vier Dorfgemeinden – Ixhuatlán de Madero in der Huasteca-Region, Espinal im Totonacapan, Tequila in der Region Grandes Montañas und Huazuntlán in der Selvas-Region – studieren jeweils um die 100 jungen Frauen und Männer, die nicht nur aus diesen Dorfgemeinden, sondern aus den jeweiligen Regionen zusammen kommen, um ein Studium zu absolvieren, ohne wie üblich in die entfernten Städte abwandern zu müssen. Seit 2007 begleitet eine interdisziplinäre Forschungsinitiative in dem ethnographisch-kollaborativen Projekt InterSaberes sowohl die Studierenden und Lehrenden als auch seit Kurzem die Absolventen der UVI. Sie erforschen explorativ, was das Spezifische dieser neuartigen Bildungsinitiativen bezüglich Interkulturalität und Zweisprachigkeit ausmacht und wie innerhalb dieser Initiativen zwischen akademischen und nicht-akademischen Wissensformen, indigenen und nicht-indigenen Tradierungsweisen vermittelt wird.

Mesoamerika-Gesellschaft Hamburg Eine Veranstaltung der Mesoamerika-Gesellschaft Hamburg in Zusammenarbeit mit der Staats- und Universitätsbibliothek und der Linga-Bibliothek für Lateinamerika-Forschung.

Mittwoch, 10. Februar, 18.15 Uhr
Ort: Vortragsraum, 1. Etage, Eintritt frei.

Die vielfältigen Vortrags-Veranstaltungen, die die Mesoamerika-Gesellschaft Hamburg im Verlauf der vergangenen Jahre in der Stabi angeboten hat, finden Sie über diese Such-Auflistung. Teilweise wurden die Vorträge aufgezeichnet und können nachbetrachtet werden.


Dieser Artikel ist ein Crossposting aus dem Stabi-Blog (Blog der SUB Hamburg), den wir hier erneut teilen.

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