Am 23. September 2026 ist der Romanist Hans-Jörg Neuschäfer verstorben. Alle, die ihn gekannt hatten, trifft diese Nachricht sehr. Wir hatten, als Miguel Delibes starb, Neuschäfers Nachruf auf Delibes hier im Romanistik-Blog veröffentlicht: „Der den Ausgegrenzten eine Stimme gab“ und durften auch einen Gastartikel von ihm publizieren: „Patty Diphusa y los comienzos de Almodóvar”. Heute haben wir die traurige Pflicht, auf seinen Nachruf hinzuweisen, den Janett Reinstädler (Universität des Saarlandes) und Albrecht Buschmann (Universität Rostock) auf romanistik.de veröffentlicht haben:
Betrachtet man Neuschäfers wissenschaftliches Werk, so erkennt man in ihm das Musterbeispiel eines Romanisten: In mehreren romanischen Sprachen zu Hause, hat er im Laufe seines Wissenschaftlerlebens zeitlich wie räumlich weite Felder der Romania beweidet: die Novellistik der italienischen Renaissance, den Naturalismus in Frankreich, Italien und Spanien, sowie den französischen Populär- und Feuilletonroman.
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So sehr Hans Neuschäfer mit den Literaturen Frankreichs und Italiens vertraut war, seine wahre Leidenschaft galt der Iberoromania. Während des Studiums in den 1950er Jahren, vom DAAD ins franquistische Madrid der Nachkriegszeit geschickt, lernte er Mercedes Carlón kennen, und es gelang es ihm, diese selbstbewusste, kluge und zudem literaturaffine Frau nach Deutschland zu führen. Mercedes initiierte ihn in die spanische Kultur, und als erste Gegenleserin war sie, selbst Schriftstellerin, wichtigste kritische Begleiterin der Studien ihres Mannes. Über sie und ihre Familie wuchs er hinein in jene spezifisch spanische Tradition des liberalen Denkens und Vermittelns, weshalb er sich spaßeshalber auch als nördlichsten Ableger der Institución Libre de Enseñanza bezeichnete.
Lesen Sie den Nachruf auf romanistik.de: In Memoriam Hans-Jörg Neuschäfer (1933-2026)