Civitas – The Making of the Roman Empire

Mit Civitas entwickelt ein Team der Universität Hamburg rund um Sabine Panzram – Professorin für Alte Geschichte an der UHH – ein interaktive Anwendung, um „Stadtgeschichte zu erlernen, zu erleben und selbst zu erzählen“.

Mit dem Blick in die Vergangenheit soll der Ursprung unserer heutigen städtischen Lebensform erforscht und erlernbar gemacht werden. Allen Städten voran, stehe die Geschichte Roms: „Denn der Anbeginn aller Stadtgeschichten liegt am Tiber“.
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El mal querer von Rosalía – Ein Pop-Album mit literaturwissenschaftlicher Relevanz

Rosalía

Es scheint beinah so, als sei sie aus dem nichts gekommen, und doch brachte Rosalía mit ihrem Album El mal querer (November 2018) den Flamenco in die höchsten Sphären der Pop-Musik. In diesem – von der Kritik in höchsten Tönen gelobtem – Konzeptalbum verbindet sie klanglich traditionelle Elemente des Flamencos, bzw. des Cante jondos mit aktuellen Strömungen des Pops wie Trap oder R‘n’B. Die Katalanin genoss eine jahrelange klassische Ausbildung an der Escuela Superior de Música de Cataluña und begann ihre Karriere in den Tablaos von Barcelona, jenen Bars in denen traditionell Flamenco im kleinen Kreis aufgeführt wird.

Rosalía Portait Auf welchem traditionsreichen Fundament ihre Arbeit steht, zeigt sich nicht nur im Klang, sondern vor allem in der Konzeption des sechstbesten Albums 2018 (New York Times). In den 11 Liedern erzählt sie eine tragische Liebesgeschichte, geprägt von Unterdrückung und Eifersucht, die sich so bereits im 13. Jahrhundert erzählt wurde. Rosalía verarbeitet Kapitelweise die Handlung des okzitanischen Le Roman de Flamenca.
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Bedeutende Quellen der Real Academia Española online zugänglich

DICCIONARIO DE AUTORIDADES

Das Diccionario de las autoridades war das erste Wörterbuch der spanischen Sprache, herausgegeben von der damals gerade erst gegründeten Real Academia Española (RAE). Angesichts des ausgegangenen Siglo de Oro fühlten sich die Gründungsmitglieder berufen die Sprache zu reinigen, festzulegen und ihr Glanz zu verleihen: „limpiar, fijar, y dár esplendór à la Léngua“ (Prologo, Tomo I: 1726). Zwischen 1726 und 1739 entstand in sechs Teilen ein Wörterbuch:

en que se explica el verdadero sentido de las voces, su naturaleza y calidad, con las phrases o modos de hablar, los proverbios o refranes, y otras cosas convenientes al uso de la lengua.

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Ballett-Tänzer und Choreograf Aleix Martínez im Interview

Balletszene aus dem Stück 'Lorca' von Aleix Martínez, Teatro Goya, Barcelona. Der junge Tänzer und Choreograf Aleix Martínez hat es mit seinen 27 Jahren bereits zu bedeutendem Ruhm innerhalb der Ballett-Szene gebracht. 1992 in Barcelona geboren, ging er bereits mit 13 Jahren nach Frankreich, um seiner Leidenschaft dem Tanzen nachzugehen. Mit 15 Jahren gewann er den Preis von Lausanne und John Neumeier holte ihn nach Hamburg, wo er in zahlreichen Stücken wie „Turangalila“ oder „Don Quijote“ zu sehen ist.
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En corto – zwölf Graphic short storys in einem Sammelband

En cortoMit En corto erscheint ein Sammelband für Graphic Novels, der Platz für die Kreation von Kurzgeschichten in der Welt der grafischen Erählungen schaffen soll. Somit wird der häufigen Annahme – Graphic Novels seien lange Comics – ein künstlerisch äußert diverser Beweis entgegengebracht. Gezeigt werden zwölf Kurzgeschichten, die beim Bienal Nacional de Cómic Biblioteca Insular de Gran Canaria 2018 gekürt wurden. Der erste Platz der insgesamt 297 Einsendungen wurde mit 3000 Euros dotiert und ging an den Spanier Alejandro Galindo Buitrago für sein Werk Viento de levante. Es bestach, wie die Jury mitteilte, durch:
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Die Feminizide von Ciudad Júarez, Roberto Bolaño und das kollektive Gedächtnis

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„Muertas que no asustaban a nadie.“

Streetart-Portrait Bolaño

2666 – Der letzte Roman (2004) des Jahrhundert-Schriftstellers Roberto Bolaño mag für den zartbesaiteten Lesenden bisweilen verstörend wirken. Im vierten und zentralen Teil des 1300 Seiten-starken Werkes wird die Erzählung bis zu 150-mal durch detaillierte Schilderungen der Körper ermordeter Frauen unterbrochen. Ganz im Stile eines forensischen Berichtes schildert der (auktoriale) Erzähler, welche Verletzungen am Körper zu finden sind oder auf welche Art sie vergewaltigt wurden. Die brutale, genaue Art der Beschreibung sowie die schiere Anzahl dieser Berichte erzeugen bei den Lesenden ein Gefühl der Beklommenheit, dass in der Fachliteratur u.a. mit „abismo temporal“ (Dés 2002: 197), im Sinne eines gegenwärtigen Abgrundes beschrieben wird. Vor diesem paradigmatischen Abgrund aus Gewalt und permanentem Scheitern stehen nicht nur die Figuren in Bolaños Werken, in diesen Abgrund der Menschlichkeit blicken auch die Lesenden bei der Lektüre zahlreicher Stellen wie dieser:
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